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Kommentar zum Jahresergebnis

BKW mit Umsatzsteigerung und höherem Betriebsergebnis

Die BKW steigert im Geschäftsjahr 2018 ihren Umsatz um 7 % auf 2 675 Mio. CHF. Dies dank dem weiteren erfolgreichen Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts (+ 20 %). Aber auch im Energiegeschäft kann ein um 5 % höherer Umsatz erzielt und damit der negative Einfluss der tiefen Strompreise mehr als kompensiert werden. Das ausgewiesene Betriebsergebnis liegt mit 417 Mio. CHF um 10 % über dem Vorjahreswert. Ohne den Sondereffekt aus dem Primatwechsel der Pensionskasse BKW beläuft sich das vergleichbare Betriebsergebnis auf 364 Mio. CHF. Der Reingewinn liegt bei 203 Mio. CHF.

Mio. CHF

2017 (angepasst)

2018

Veränderung in %

Gesamtleistung

2 491.7

2 675.2

7 % 

Betriebsergebnis ausgewiesen

379.0

416.5

10 % 

Betriebsergebnis vergleichbar

368.0

364.1

– 1 % 

Reingewinn ausgewiesen

270.6

203.0

– 25 % 

Reingewinn vergleichbar

215.0

239.0

11 % 

Die BKW schliesst das Jahr 2018 mit einem Betriebsergebnis von 417 Mio. CHF ab (+ 10 % gegenüber dem Vorjahr). Bereinigt um den nichtgeldwirksamen Sondereffekt von 52 Mio. CHF aus dem beschlossenen Primatwechsel der Pensionskasse BKW, beträgt das EBIT 364 Mio. CHF. Damit liegt das vergleichbare Betriebsergebnis über dem kommunizierten Ausblick für 2018 und lediglich um 1 % unter dem Spitzenwert des Vorjahres. Angesichts der erneut negativen Strompreis­effekte ist das ein gutes Ergebnis. Die negativen Strompreiseffekte stehen im Zusammenhang mit dem Absicherungshorizont der üblichen drei Jahre. Der Grossteil des Produktionsvolumens 2018 wurde 2015 auf historisch tiefen Terminpreisen abgesichert. Diese lagen auf noch tieferem Niveau als bei der Absicherung der 2017er-Produktionsmenge im Jahr 2014. Die aktuell gestie­genen Strompreise werden ab 2020 Wirkung entfalten. Das gute Ergebnis im Berichtsjahr 2018, in dem mehr als 50 % des negativen Strompreiseffektes kompensiert werden konnten, wird hauptsächlich aufgrund höherer Produktionsmengen von Windkraftwerken, weiterer Effizienzsteigerungen im angestammten Geschäft sowie des gesteigerten Ergebnisbeitrags aus dem Dienstleistungsgeschäft erreicht.

Der ausgewiesene Reingewinn liegt mit 203 Mio. CHF um 25 % unter dem Vorjahreswert. Grund für den Rückgang ist in erster Linie die negative Performance der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds im Jahr 2018, die im Vergleich zur ausgezeichneten Rendite des Vorjahres steht. Normalisiert auf die Planrendite der Fonds und der Bereinigung um den Sondereffekt aus der Pensionskasse ergibt sich eine Steigerung des vergleichbaren Reingewinns um 11 % von 215 Mio. CHF auf 239 Mio. CHF.

Vergleichbares Betriebsergebnis nur um 1 % unter dem Spitzenwert des Vorjahres

Mio. CHF

2017 (angepasst) 1

Bereini- gungen 2

2017 (vergleichbar)

2018

Bereini- gungen 2

2018 (vergleichbar)

Veränderung in %

Gesamtleistung

2 502.7

– 11.0

2 491.7

2 675.2

2 675.2

7 % 

Energiebeschaffung/-transporte

– 875.3

– 875.3

– 938.6

– 938.6

7 % 

Betriebskosten

– 1 098.5

– 1 098.5

– 1 140.3

– 52.4

– 1 192.7

9 % 

Material und Fremdleistungen

– 305.1

– 305.1

– 347.1

– 347.1

14 % 

Personalaufwand

– 606.8

– 606.8

– 589.3

– 52.4

– 641.7

6 % 

Sonstiger Betriebsaufwand

– 186.6

– 186.6

– 203.9

– 203.9

9 % 

Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Wertminderungen

528.9

– 11.0

517.9

596.3

– 52.4

543.9

5 % 

Abschreibungen und Wertminderungen

– 198.7

– 198.7

– 208.1

– 208.1

5 % 

Ergebnis aus Assoziierten

48.8

48.8

28.3

28.3

– 42 % 

Betriebsergebnis

379.0

– 11.0

368.0

416.5

– 52.4

364.1

– 1 % 

Finanzergebnis

– 9.9

– 60.3

– 70.2

– 167.6

98.5

– 69.1

– 2 % 

Ergebnis vor Ertragssteuern

369.1

– 71.3

297.8

248.9

46.1

295.0

– 1 % 

Ertragssteuern

– 94.4

15.7

– 78.7

– 45.9

– 10.1

– 56.0

– 29 % 

Reingewinn aus fortgeführten Aktivitäten

274.7

– 55.6

219.1

203.0

36.0

239.0

9 % 

Reinverlust aus nicht fortgeführten Aktivitäten

– 4.1

– 4.1

– 100 % 

Reingewinn

270.6

– 55.6

215.0

203.0

36.0

239.0

11 % 

1 Aufgrund der Bestimmungen von IFRS 15 werden gewisse an Endkunden weiterverrechnete Abgaben sowie Durchleitungsentschädigungen für Drittnetzbetreiber neu netto dargestellt. Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst. Die Gewinngrössen haben sich dadurch nicht verändert.

2 Bereinigung 2017 um einmalige Kostenrückerstattungen aus dem in 2013 erfolgten Transfer des Übertragungsnetzes an die Swissgrid. Bereinigung 2018 um den Effekt aus der Umwandlung des bestehenden Leistungsprimats der Pensionskasse BKW in ein Beitragsprimat nach schweizerischem Gesetz über die berufliche Vorsorge (BVG) per 1. Januar 2019. Normalisierung beider Jahre um die erzielten Renditen der Fonds für Stilllegung und Entsorgung auf die Planrendite.

Umsatzsteigerung im Dienstleistungs- und auch im Energiegeschäft

Der Umsatz erhöht sich gegenüber dem Vorjahr auf 2 675 Mio. CHF und kann damit trotz weiterem preisbedingtem Umsatzrückgang im Energiegeschäft um insgesamt 7 % gesteigert werden. Ins­besondere das Dienstleistungsgeschäft ist erneut stark gewachsen. Mit einer Steigerung um 20 % auf 881 Mio. CHF stammt nun bereits ein Drittel des Gruppenumsatzes aus dem Dienstleistungsbereich. Der Umsatz des Netzgeschäfts ist infolge von Tarifsenkungen leicht rückläufig (– 4 % auf 555 Mio. CHF), bildet aber weiterhin einen soliden Anker für die BKW Gruppe. Trotz der Belastung durch die tiefen abgesicherten Strompreise wird im Geschäftsfeld Energie eine Umsatzsteigerung realisiert. Die Gesamtleistung erhöht sich um 5 % auf 1 326 Mio. CHF. Aufgrund des Mehrumsatzes durch den Zubau von erneuerbaren Energien, aktiver Bewirtschaftung der Strompositionen sowie leicht höherer Volumen am Grosshandelsmarkt können die negativen Effekte der tiefen Strompreise mehr als kompensiert werden.

Betriebskosten im angestammten Geschäft erneut gesenkt

Im angestammten Geschäft können die Betriebskosten dank kontinuierlichem und konsequentem Kostenmanagement erneut in zweistelliger Millionenhöhe gesenkt werden. Dieser Erfolg ist mit Blick auf die bereits in den letzten Jahren erzielten Einsparungen bemerkenswert. Namentlich sind in den Bereichen zentrale Dienste und Produktion weitere Effizienzsteigerungen und Optimierungen gelungen. Insgesamt haben sich die bereinigten Betriebskosten gegenüber dem Vorjahr jedoch um 9 % erhöht, was auf die Akquisitionen im Dienstleistungsgeschäft zurückzuführen ist. Zum Jahresende beschäftigt die BKW rund 7 300 Mitarbeitende, was einem Zuwachs im Berichtsjahr von rund 900 Personen entspricht. Zwei Drittel der Belegschaft arbeiten bereits im Dienstleistungsbereich. Der personelle Zuwachs im Geschäftsjahr erfolgte ausschliesslich im Dienstleistungsgeschäft, während sich der Personalbestand im angestammten Geschäft leicht reduziert hat.

Performance der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds führt zu tieferem Reingewinn

Der ausgewiesene Reingewinn liegt mit 203 Mio. CHF um 25 % unter dem Vorjahreswert. Ursache für die rückläufige Entwicklung ist namentlich die Performance der Stilllegungs- und Entsorgungs­fonds. Während im Vorjahr eine ausserordentlich gute Rendite erzielt werden konnte, ist die ­Performance 2018 negativ ausgefallen. Im Vorjahresvergleich ist der Reingewinn durch diesen Umstand um rund 155 Mio. CHF negativ beeinträchtigt. Werden die effektiven Renditen der Fonds für 2017 und 2018 mit der Planrendite normalisiert, so hat sich der vergleichbare Reingewinn um 11 % von 215 Mio. CHF auf 239 Mio. CHF erhöht. Die Fonds sind zum Jahresende mit rund 1.2 Mrd. CHF bilanziert.

Der bereinigte Ertragssteueraufwand beläuft sich auf 34 Mio. CHF und fällt damit um 60 Mio. CHF tiefer aus als im Vorjahr. Der effektive Steuersatz für das Berichtsjahr beträgt 19 % (Vorjahr 26 %) und ist durch steuerwirksame Wertberichtigungen von Beteiligungen in handelsrechtlichen Abschlüssen beeinflusst.

Energie: negative Strompreiseinflüsse grösstenteils kompensiert

Das Geschäftsfeld Energie baut, betreibt und unterhält die eigenen Kraftwerke im In- und Ausland. Im Weiteren beinhaltet es den Vertrieb von Energie sowie den Handel mit Strom, Zertifikaten und Rohstoffen.

Auch 2018 verhielten sich die Strompreise auf tiefem Niveau volatil, und dem Management der Strompositionen sowie der strategischen Positionierung kam wiederum eine hohe Bedeutung zu. Auf den im Wesentlichen vor drei Jahren abgesicherten Stromverkäufen 2018 wurden im ­Vorjahresvergleich leicht tiefere durchschnittliche Preise realisiert. Trotzdem konnte im Berichtsjahr eine Umsatzsteigerung realisiert werden. Ab dem Jahr 2020 werden sich die abgesicherten Strompreise positiv entwickeln. Die Stilllegung des Kernkraftwerks Mühleberg erreichte 2018 mit dem Erhalt der Stilllegungsverfügung einen wichtigen Meilenstein.

Mio. CHF

2017

2018

Veränderung in %

Elektrizitätsabgabe Vertrieb Schweiz

492.8

481.2

Übriges Energiegeschäft

725.7

801.6

Sonstige betriebliche Erträge und aktivierte Eigenleistungen

43.6

42.9

Gesamtleistung

1 262.1

1 325.7

5 % 

Energiebeschaffung

– 760.6

– 832.1

Betriebskosten

– 289.6

– 277.6

Personalaufwand

– 111.1

– 98.1

– 12 % 

Material und Fremdleistungen und sonstiger Betriebsaufwand

– 178.5

– 179.5

1 % 

Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Wertminderungen

211.9

216.0

2 % 

Abschreibungen und Wertminderungen

– 80.4

– 82.7

Ergebnis aus Assoziierten

26.2

8.4

Betriebsergebnis

157.7

141.7

– 10 % 

Die tiefen Strompreise belasten auch 2018 den Umsatz des Energiegeschäfts negativ (– 80 Mio. CHF). Dank gesteigerten Produktionsmengen der Windkraftwerke und leicht höherem Volumen am Grosshandelsmarkt kann dieser Einfluss jedoch mehr als kompensiert werden. Der Umsatz im Energiegeschäft nimmt insgesamt um 5 % auf 1 326 Mio. CHF zu.

Im Vertriebsgeschäft Schweiz werden leicht tiefere Mengen abgesetzt (– 0.3 TWh auf insgesamt 7.4 TWh), wodurch sich der Ertrag um 2 % auf 481 Mio. CHF reduziert. Der Rückgang ist durch eine interne Verschiebung einzelner Grosskunden vom Vertriebsgeschäft zum Grosshandelsgeschäft begründet. Die entsprechenden Umsätze sind ab 2018 im «Übrigen Energiegeschäft» enthalten. Das übrige Energiegeschäft (beinhaltend die Marktabgabe, die direkte Abgabe aus den Kraft­werken sowie die Handelstätigkeit) steigert den Ertrag infolge höheren Volumens um 76 Mio. CHF auf 802 Mio. CHF.

Der Aufwand für die Energiebeschaffung nimmt insgesamt um 72 Mio. CHF zu. Grund für die Zunahme sind insbesondere höhere Brennstoffkosten bei den fossil-thermischen Kraftwerken sowie durch den trockenen Sommer bedingte Wiederbeschaffungskosten für fehlende Produk­tionsmengen der Laufwasserkraftwerke. Demgegenüber reduzieren sich die Produktionskosten aus den Partnerkraftwerken (Wasserkraft- und Kernkraftwerke erzielten Effizienzsteigerungen respektive auch höhere Produktionsvolumen), was zu tieferen durchschnittlichen Energiebeschaffungspreisen führt. Die Stromproduktion beträgt 2018 insgesamt 11.7 TWh.

Dank weiteren Effizienzsteigerungen und kontinuierlichen Kosteneinsparungen erreicht die BKW zum wiederholten Mal eine Reduktion ihrer Betriebskosten. Diese reduzieren sich um weitere 4 % oder 12 Mio. CHF. Das Ergebnis aus Assoziierten fällt 2018 deutlich tiefer aus (– 18 Mio. CHF). Die Abnahme ist vornehmlich durch einmalige Anpassungen im Abschluss des Kohlekraftwerks Wilhelmshaven begründet.

Das Betriebsergebnis liegt mit 142 Mio. CHF lediglich um 16 Mio. CHF unter dem Vorjahreswert. Der Grossteil der negativen Strompreiseffekte kann somit aufgeholt werden. Infolge der Minderproduktionsmengen der Laufwasserkraftwerke im trockenen Sommer und der stärkeren Long-­Positionierung des Energiehandels zugunsten des nächsten Jahres konnten die negativen Effekte nicht vollständig kompensiert werden. Mit einer verbesserten Marge trägt der Stromvertrieb dazu bei, dass auch im Geschäftsjahr 2018 ein ansprechendes Ergebnis erreicht wird. Zusammen mit den realisierten Effizienzsteigerungen und tieferen Beschaffungskosten bei den Partner­werken erzielt das Geschäftsfeld Energie ein gutes Betriebsergebnis.

Geschäftsfeld Netze: stabiler Ergebnisbeitrag

Das Geschäftsfeld Netze baut, betreibt und unterhält das eigene Verteilnetz.

Im Jahr 2018 erfolgten wiederum bedeutende Investitionen in den Unterhalt und den Ausbau des Verteilnetzes. Der Fokus liegt dabei auf der Optimierung des Netzes mit Blick auf die Digitalisierung. Das Verteilnetz wird auf die Integration der dezentralen und fluktuierenden Energieproduktion vorbereitet. Die diesbezüglichen Arbeiten im Geschäftsjahr 2018 verliefen wie geplant. Auch 2018 blieb das Geschäftsfeld Netze eine solide Ertragsquelle.

Mio. CHF

2017 (angepasst) 1

2018

Veränderung in %

Durchleitungsentschädigung Verteilnetz

495.8

480.4

Sonstige betriebliche Erträge und aktivierte Eigenleistungen

95.7

75.0

Gesamtleistung

591.5

555.4

– 6 % 

Aufwand Energietransporte

– 115.2

– 106.7

Betriebskosten

– 202.2

– 195.4

Personalaufwand

– 79.5

– 71.9

– 10 % 

Material und Fremdleistungen und sonstiger Betriebsaufwand

– 122.7

– 123.5

1 % 

Betriebsaufwand

– 317.4

– 302.1

– 5 % 

Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Wertminderungen

274.1

253.3

– 8 % 

Abschreibungen und Wertminderungen

– 85.4

– 85.1

Ergebnis aus Assoziierten

22.7

21.4

Betriebsergebnis

211.4

189.6

– 10 % 

1 Aufgrund der Bestimmungen von IFRS 15 werden gewisse an Endkunden weiterverrechnete Abgaben sowie Durchleitungsentschädigungen für Drittnetzbetreiber neu netto dargestellt. Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst. Die Gewinngrössen haben sich dadurch nicht verändert.

Der Umsatz des Netzgeschäfts reduziert sich gegenüber dem angepassten Vorjahr auf 555 Mio. CHF (– 37 Mio. CHF). Dabei vermindert sich der Ertrag aus der Durchleitungsentschädigung für das Verteilnetz (Netznutzung) um 3 % auf 480 Mio. CHF, was in erster Linie auf leichte Tarifsenkungen sowie niedrigere Kosten der Vorliegernetze zurückzuführen ist. Zudem beinhaltete das Vorjahr einmalige Kostenrückerstattungen aus dem Transfer des Übertragungsnetzes an die Swiss­grid (11 Mio. CHF).

Der Aufwand aus Energietransporten vermindert sich aufgrund niedrigerer Kosten für Systemdienstleistungen der Vorliegernetze um rund 7 %. Auch die Betriebskosten können weiter ­reduziert werden. Sie werden dank weiteren Effizienzsteigerungen um 7 Mio. CHF auf 195 Mio. CHF gesenkt. Das vergleichbare Betriebsergebnis des Geschäftsfelds Netze liegt insgesamt stabil auf 190 Mio. CHF.

Geschäftsfeld Dienstleistungen: profitables Wachstum

Das Geschäftsfeld Dienstleistungen umfasst die Ingenieurplanung und -beratung (Engineering) für Energie-, Infrastruktur- und Umweltprojekte, integrierte Angebote im Bereich der Gebäude­technik (Building Solutions) sowie Bau, Service und Unterhalt von Energie-, Wasser- und Telekommunikationsnetzen (Infra Services).

Die Entwicklung des Geschäftsfelds Dienstleistungen war 2018 geprägt durch weiteres akquisi­tionsbedingtes Wachstum. Das Dienstleistungsnetzwerk im deutschsprachigen Europa wurde ­weiter gestärkt und ausgebaut. Alle Tätigkeitsfelder in diesem Geschäftsbereich verzeichneten eine Umsatzsteigerung und erneut konnte ein überproportionales Wachstum der Profitabilität erzielt werden.

Mio. CHF

2017

2018

Veränderung in %

Dienstleistungsertrag

699.1

852.1

Sonstige betriebliche Erträge

37.3

28.7

Gesamtleistung

736.4

880.8

20 % 

Betriebskosten

– 669.9

– 797.2

Personalaufwand

– 329.2

– 391.7

19 % 

Material und Fremdleistungen und sonstiger Betriebsaufwand

– 340.7

– 405.5

19 % 

Betriebsaufwand

– 669.9

– 797.2

19 % 

Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Wertminderungen

66.5

83.6

26 % 

Abschreibungen und Wertminderungen

– 20.6

– 25.6

Ergebnis aus Assoziierten

0.1

0.0

Betriebsergebnis

46.0

58.0

26 % 

Der Dienstleistungsertrag wird im Jahr 2018 akquisitionsbedingt um 20 % auf 881 Mio. CHF gesteigert. Dies entspricht rund einem Drittel des Gruppenumsatzes der BKW. Damit setzt sich der strategische Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts erfolgreich fort. 2018 stossen insgesamt 18 neue Gesellschaften zum Dienstleistungsnetzwerk der BKW. Die Bereiche Engineering und Building Solutions werden erneut markant verstärkt: Das Engineering-Geschäft wird insbesondere in Deutschland stark ausgebaut, aber auch in Österreich und in der Schweiz mit spezifischen Kompetenzen ergänzt. Das Engineering-Netzwerk der BKW wird durch die Akquisitionen in den Bereichen technische Gebäudeausrüstung, Verkehrsplanung, Building Information Modelling sowie Generalplanung massgeblich gestärkt. Mit mehr als 2 500 Planerinnen und Ingenieuren gehört die BKW mittlerweile zu den grössten Engineering-Gruppen im deutschsprachigen Raum.

Im Bereich Building Solutions wurde die geografische Präsenz in der Region West mit gezielten Akquisitionen in der Westschweiz und im Wallis ausgebaut. Mit dem Erwerb der E3 HLK erschliesst sich die BKW im Bereich Heizung, Lüftung, Klima weite Teile der Ostschweiz und kann das schweiz­weite Netzwerk von Installationsfirmen auch in der Region Ost weiter verdichten.

Die beiden Tätigkeitsfelder Engineering und Building Solutions tragen dank ihrem starken akquisi­torischen Wachstum nun leicht mehr als je ein Drittel zur Gesamtleistung des Geschäftsfelds Dienstleistungen bei. Aber auch das Geschäftsfeld Infra Services, marktführend im Bau und in der Inbetriebnahme von Schweizer Stromnetzen, kann 2018 organisch im Rahmen des Marktes leicht wachsen. Das Wachstum von Infra Services wird sowohl im Bereich Stromnetze als auch im Dienstleistungsbereich Wasser erzielt. Mit der Arpe AG und der Hinni AG verfügt die BKW in ihrem Infra Services-Netzwerk über Marktführer in den Bereichen Kanaltechnik sowie als Dienstleister und Produktehersteller im Wasserbereich zur Aufrechterhaltung der kritischen Trink- und Lösch­wasserinfrastruktur.

Dem deutlichen Umsatzwachstum entsprechend haben auch die Betriebskosten im personalinten­siven Dienstleistungsgeschäft zugenommen. Das ausgewiesene EBIT des Dienstleistungsgeschäfts beträgt 58 Mio. CHF und wird somit gegenüber dem Vorjahreswert mit 26 % überproportional zum Umsatz gesteigert. Darin enthalten sind, unverändert zu den Vorjahren, Aufwendungen für Akquisitions- und Integrationskosten aus den Firmenzukäufen. Trotz der akquisitionsbedingten Kosten liegt die ausgewiesene EBIT-Marge bei 7 % (Vorjahr 6 %) und damit auf Kurs.

Solider Geldzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit

Der operative Cashflow fällt mit 373 Mio. CHF solide aus. Der starke operative Cashflow des Vorjahrs war massgeblich durch positive Entwicklungen im Nettoumlaufvermögen beeinflusst. Die Funds from Operations betragen 381 Mio. CHF und liegen damit leicht unter dem langjährigen Durchschnitt.

Mio. CHF

2017

2018

Veränderung in %

Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit

493.4

373.4

– 24 % 

Veränderung Nettoumlaufvermögen und gezahlte Ertragssteuern

– 28.0

7.8

Funds from Operations

465.4

381.2

– 18 % 

Liquidität per 31.12.

1 223.1

1 094.9

– 10 % 

Im Berichtsjahr investiert die BKW insgesamt rund 485 Mio. CHF. Die Investitionen erfolgen zu rund zwei Dritteln in Wachstumsfeldern. Einerseits in den weiteren Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts und andererseits auch in den Bau von Kraftwerken für neue erneuerbare Energien (Wind, Kleinwasser). Die Unterhalts- und Ersatzinvestitionen von rund 170 Mio. CHF betreffen hauptsächlich das Netz. Im Bereich Kraftwerke erfolgt dank der Optimierung der zustands­orientierten Investitionsplanung ein reduzierter Mitteleinsatz. Die Nettoinvestitionen 2018 in der Höhe von 356 Mio. CHF können aus den in diesem Zeitraum selbst erarbeiteten Mitteln finanziert werden. Daher beläuft sich die kurzfristig verfügbare Liquidität zum Jahresende trotz der wiederum bedeutenden Akquisitions- und Investitionstätigkeit nahezu unverändert auf über 1 Mrd. CHF.

Eigenkapital und Finanzierung: finanzielle und operative Handlungsfreiheit gewährleistet

Die Bilanzsumme hat sich mit 9.1 Mrd. CHF gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Die Eigen­kapitalquote steigt leicht an und beträgt zum Jahresende 38.4 % (Vorjahr: 37.5 %). Neben dem Jahresgewinn nimmt das Eigenkapital auch infolge der Abgabe von eigenen Aktien für die Wandlungen der Wandelanleihe zu. Zum Jahresende präsentiert sich das Eigenkapital mit 3.5 Mrd. CHF weiterhin solide.

Mio. CHF

2017

2018

Umlaufvermögen

2 382.2

2 242.8

Anlagevermögen

6 706.3

6 810.5

Kurzfristige Verbindlichkeiten

1 323.5

1 547.0

Langfristige Verbindlichkeiten

4 358.7

4 034.0

Eigenkapital

3 406.3

3 472.3

Bilanzsumme

9 088.5

9 053.3

Die Finanzierungssituation der BKW bleibt unverändert stabil. Die Finanzverbindlichkeiten liegen mit 1.6 Mrd. CHF auf der Höhe des Vorjahres. Somit hat sich die Bruttoverschuldung trotz der im Oktober erfolgreich durchgeführten Emission einer 0.75 %-Anleihe über 200 Mio. CHF zur Refinanzierung der fälligen 150 Mio.-CHF-Anleihe nicht erhöht. Hauptgrund dafür ist die vollständige vorzeitige Wandlung der Wandelanleihe. Die Flüssigen Mittel liegen mit 0.8 Mrd. CHF auf dem Vorjahresniveau. Aufgrund der Investitionstätigkeit haben sich die kurzfristigen Finanzanlagen um 120 Mio. CHF reduziert. Die Nettoverschuldung (Finanzverbindlichkeiten abzüglich kurzfristiger Finanzanlagen und Flüssiger Mittel) liegt nun bei 475 Mio. CHF (Vorjahr: 377 Mio. CHF). Per 31. Dezember 2018 verfügt die BKW aber nach wie vor über eine Liquidität von 1.1 Mrd. CHF, sodass die finanzielle und operative Handlungsfreiheit unverändert gewährleistet ist. Dies auch mit Blick auf die im Jahr 2019 zur Rückzahlung fällige Obligationenanleihe in der Höhe von 350 Mio. CHF, bei welcher betreffend die Refinanzierung alle Optionen offenstehen. Zusätzlich verfügt die BKW nach wie vor über einen ungenutzten Konsortialkredit in der Höhe von 250 Mio. CHF.

Stabile Dividende

Auf Basis des vergleichbaren Reingewinns wird der Generalversammlung eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Dividende von CHF 1.80 pro Aktie vorgeschlagen. Dies entspricht einer ­Ausschüttungsquote von 40 % auf dem vergleichbaren Reingewinn. Die Dividendenrendite beläuft sich bezogen auf den Jahresendkurs auf 2.6 % (Vorjahr 3.1 %). Der Dividendenvorschlag widerspiegelt die Stabilität der Dividendenpolitik der BKW.

Ausblick: solides Ergebnis im herausfordernden Jahr 2019 erwartet

Im Geschäftsjahr 2019 wird das Energiegeschäft letztmals von sinkenden Strompreisen belastet sein. Die historisch tiefen abgesicherten Strompreise werden das Ergebnis 2019 wiederum ­deutlich negativ beeinflussen. Wie in den Vorjahren wird die BKW bestrebt sein, einen grossen Teil dieser negativen Einflüsse mit erfolgreicher Bewirtschaftung der Energieposition sowie unverändert konsequentem Kostenmanagement zu kompensieren. Für das Netzgeschäft wird eine stabile Entwicklung mit unverändert positivem Beitrag zum Betriebsergebnis erwartet. Der zügige Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts wird auch im Geschäftsjahr 2019 fortgesetzt, sodass entsprechend ein erneut gesteigerter Beitrag zum Betriebsergebnis erwartet werden kann. Für 2019 erwartet die BKW ein solides vergleichbares Betriebsergebnis (also ohne Sonder­effekte) in der Bandbreite von 320 bis 340 Mio. CHF.

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