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Kommentar zum Jahresergebnis

Herausragendes Jahresergebnis

Die BKW steigert Umsatz und Ergebnis trotz der weiterhin negativen Strompreiseffekte markant. Einerseits wurde das Dienstleistungsgeschäft deutlich ausgebaut. Andererseits konnte im Handelsgeschäft ein hervorragendes Ergebnis erzielt werden. Der Umsatz erhöht sich um 7 % auf 2.9 Mrd. CHF. Der EBIT kann gegenüber dem um Sondereffekte bereinigten Vorjahreswert um 19 % auf 433 Mio. CHF verbessert werden. Der Reingewinn beträgt 404 Mio. CHF und hat sich damit verdoppelt.

Hervorragender EBIT – negative Strompreiseffekte substanziell überkompensiert

Die BKW schliesst 2019 mit einem ausgesprochen starken EBIT von 433 Mio. CHF ab (Vorjahr: 417 Mio. CHF) und erzielt damit den Spitzenwert der letzten 15 Jahre. Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert beträgt die Steigerung 69 Mio. CHF oder 19 %. Die unverändert negativen Effekte der Strompreisentwicklung mit historisch tiefen abgesicherten Strompreisen (– 120 Mio. CHF) konnten damit deutlich überkompensiert werden. Neben dem weiter ausgebauten Dienstleistungsgeschäft und reduzierten Kosten hat vor allem das erfolgreiche Handelsgeschäft zu diesem ausgezeichneten Resultat beigetragen.

Der Reingewinn fällt mit 404 Mio. CHF doppelt so hoch aus wie im Vorjahr. Bereinigt um den Sondereffekt aus dem Primatwechsel der Pensionskasse BKW im Jahr 2018, beträgt die Steigerung sogar 242 Mio. CHF (+ 149 %). Die Erhöhung des Reingewinns ist auf den starken EBIT und auf die deutlich bessere Performance der Anlagen in den Stilllegungs- und Entsorgungsfonds zurückzuführen.

Umsatz und Ergebnisgrössen gesteigert

Mio. CHF

2018

Bereini- gungen 1

2018 (bereinigt)

2019

Veränderung in %

Umsatz

2 675.2

2 675.2

2 866.6

7 % 

Energiebeschaffung / -transporte

– 938.6

– 938.6

– 796.0

– 15 % 

Betriebskosten

– 1 140.3

– 52.4

– 1 192.7

– 1 392.2

17 % 

Material und Fremdleistungen

– 347.1

– 347.1

– 422.6

22 % 

Personalaufwand

– 589.3

– 52.4

– 641.7

– 767.6

20 % 

Sonstiger Betriebsaufwand

– 203.9

– 203.9

– 202.0

– 1 % 

EBITDA

596.3

– 52.4

543.9

678.4

25 % 

Abschreibungen und Wertminderungen

– 208.1

– 208.1

– 280.7

35 % 

Ergebnis aus Assoziierten

28.3

28.3

35.7

26 % 

EBIT

416.5

– 52.4

364.1

433.4

19 % 

Finanzergebnis

– 167.6

– 167.6

44.1

EBT

248.9

– 52.4

196.5

477.5

143 % 

Ertragssteuern

– 45.9

11.5

– 34.4

– 73.9

115 % 

Reingewinn

203.0

– 40.9

162.1

403.6

149 % 

1 Bereinigung um den Effekt aus der Umwandlung des Leistungsprimats der Pensionskasse BKW in ein Beitragsprimat nach schweizerischem Gesetz über die berufliche Vorsorge (BVG) per 1. Januar 2019.

Umsatzsteigerung um 7 % infolge markantem Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts

Der Umsatz erhöht sich gegenüber dem Vorjahr um 192 Mio. CHF auf 2 867 Mio. CHF (+ 7 %). Wiederum markant gewachsen ist das Dienstleistungsgeschäft. Mit einer Wachstumsrate von 26 % hat es erstmals die Milliardengrenze überschritten und trägt beinahe 40 % zum Gesamtumsatz der BKW bei. Im Netzgeschäft fällt der Umsatz infolge tieferer Durchleitungsmengen und reduzierter Kosten der Vorliegernetze etwas tiefer aus (– 5 %). Das Geschäftsfeld Energie vermag die preisbedingte Umsatzreduktion dank der Marge aus dem Handelsgeschäft sowie gesteigerten Produktionsmengen und höherem Volumen im Vertriebsgeschäft beinahe aufzuholen. Der Umsatzrückgang beläuft sich lediglich auf – 1 %. Insgesamt kann die BKW somit die negativen Strompreiseffekte im Energiegeschäft deutlich überkompensieren.

Stabile Betriebskosten im angestammten Geschäft

Der Zuwachs bei den Betriebskosten (+ 17 %) ist durch den weiteren Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts bedingt. Im Geschäftsjahr 2019 sind infolge der getätigten Akquisitionen über 2 000 Mitarbeitende neu zur BKW gestossen, was einer Zunahme von über 25 % entspricht. Auch organisch ist das Dienstleistungsgeschäft gewachsen. Der Personalbestand hat sich um 120 Mitarbeitende erhöht. Dank weiterhin konsequentem Kostenmanagement konnte der sonstige Betriebsaufwand reduziert werden, sodass die Betriebskosten im organischen Geschäft trotz des Wachstums insgesamt stabil geblieben sind. Zum Jahresende 2019 beschäftigt die BKW insgesamt gut 10 000 Mitarbeitende.

Per 1. Januar 2019 wurde der neue IFRS-Standard zu Leasingverhältnissen umgesetzt. Der neue Standard verlangt, dass nahezu sämtliche Vermögenswerte (Nutzungsrecht am Leasinggegenstand) und Verbindlichkeiten aus Leasingvereinbarungen in der Bilanz erfasst werden. Die Änderung in der Erfassung des Leasingaufwands für Operating-Leasingverhältnisse führt in der Erfolgsrechnung zu einer Entlastung des EBITDA in Höhe von 26 Mio. CHF. Demgegenüber stehen Abschreibungen auf den neu angesetzten Nutzungsrechten in ähnlicher Höhe, weshalb auf Stufe EBIT nur ein geringfügiger Effekt resultiert.

Positives Finanzergebnis dank sehr guter Performance der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds

Im Geschäftsjahr 2019 erzielt die BKW ein Finanzergebnis von + 44 Mio. CHF (Vorjahr: – 168 Mio. CHF). Grund dafür ist die starke Performance der staatlichen Fonds für Stilllegung und Entsorgung. Nachdem die Anlagenrendite im Vorjahr leicht negativ war, fällt sie 2019 mit rund + 12 % sehr gut aus. Per Ende Dezember sind die Fonds mit 1.3 Mrd. CHF bewertet.

Der Ertragssteueraufwand beläuft sich auf 74 Mio. CHF und fällt damit um 40 Mio. CHF höher aus als im Vorjahr. Der effektive Steuersatz für das Berichtsjahr hat sich jedoch auf 16 % reduziert (Vorjahr 19 %).

Energie: negative Strompreiseinflüsse erfolgreich überkompensiert

Das Geschäftsfeld Energie baut, betreibt und unterhält die eigenen Kraftwerke im In- und Ausland. Im Weiteren beinhaltet es den Vertrieb von und den Handel mit Strom, Zertifikaten und Rohstoffen.

Mio. CHF

2018

2019

Veränderung in %

Elektrizitätsabgabe Vertrieb Schweiz

481.2

522.0

Übriges Energiegeschäft

801.6

741.6

Sonstige betriebliche Erträge und aktivierte Eigenleistungen

42.9

51.8

Gesamtleistung

1 325.7

1 315.4

– 1 % 

Energiebeschaffung

– 832.1

– 704.4

Betriebskosten

– 277.6

– 281.2

Personalaufwand

– 98.1

– 106.4

Material und Fremdleistungen und sonstiger Betriebsaufwand

– 179.5

– 174.8

EBITDA

216.0

329.8

53 % 

Abschreibungen und Wertminderungen

– 82.7

– 126.8

Ergebnis aus Assoziierten

8.4

24.2

EBIT

141.7

227.2

60 % 

Auch im Jahr 2019 wirken sich die tiefen Strompreise negativ auf den Umsatz des Energiegeschäfts aus. Aus den im Wesentlichen vor drei Jahren abgesicherten Stromverkäufen 2019 resultieren im Vorjahresvergleich tiefere durchschnittliche Preise, was zu einem negativen Effekt von insgesamt rund – 120 Mio. CHF führte. Der negative Einfluss der tieferen Strompreise kann jedoch dank einem sehr erfolgreichen Handelsgeschäft sowie einem höheren Absatzvolumen im Vertriebsgeschäft und auch mit Mehrmengen in der Produktion von Windkraftwerken beinahe kompensiert werden. Mit 1 315 Mio. CHF liegt die Gesamtleistung lediglich um 1 % unter dem Vorjahr. Im regulierten Vertriebsgeschäft Schweiz sind die Abgabemengen an Privatkunden witterungsbedingt leicht tiefer ausgefallen. Demgegenüber konnten in bedeutendem Umfang Geschäftskunden gewonnen werden, sodass sich die Elektrizitätsabgabe des Vertriebs insgesamt um 0.4 TWh auf 7.9 TWh erhöht hat. Entsprechend ist der Vertriebsumsatz um 8 % gestiegen. Der Umsatz aus dem übrigen Energiegeschäft (Marktabgabe, direkte Abgabe aus den Kraftwerken) reduziert sich infolge der negativen Preiseffekte um 7 %.

Der Aufwand für die Energiebeschaffung vermindert sich um 128 Mio. CHF auf 704 Mio. CHF. Grund dafür sind tiefere Kosten für die Beschaffung am Markt sowie auch niedrigere Beschaffungskosten bei den Partnerwerken. Dabei reduzierten sich insbesondere die Beschaffungspreise des Kernkraftwerks Leibstadt, dessen Produktionskosten aufgrund der sehr guten Performance der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds deutlich tiefer ausgefallen sind. Die Stromproduktion des eigenen Kraftwerkparks insgesamt erhöht sich gegenüber dem Vorjahr auf 12.4 TWh (+ 0.7 TWh). Ursache für die Zunahme sind insbesondere höhere Zuflüsse bei den Hydrokraftwerken im zweiten Halbjahr 2019, der Wegfall der jährlichen Revision des Kernkraftwerks Mühleberg sowie höhere Volumen der Windkraftwerke, welche die Produktion dank gutem Windaufkommen sowie den neu ans Netz angeschlossenen norwegischen Windparks steigern konnten. Demgegenüber führte die planmässige Revision im Kohlekraftwerk Wilhelmshaven zu Minderproduktionsmengen der fossil-thermischen Kraftwerke.

Der EBIT liegt mit 227 Mio. CHF markant über dem Vorjahreswert (+ 60 %). Die Wirkung der erneut negativen Strompreisentwicklung kann somit insbesondere dank dem hervorragenden Handelsgeschäft deutlich überkompensiert werden.

Netze: stabiler Ergebnisbeitrag

Das Geschäftsfeld Netze baut, betreibt und unterhält das eigene Verteilnetz.

Mio. CHF

2018

2019

Veränderung in %

Durchleitungsentschädigung Verteilnetz

480.4

468.3

Sonstige betriebliche Erträge und aktivierte Eigenleistungen

75.0

59.0

Umsatz

555.4

527.3

– 5 % 

Aufwand Energietransporte

– 106.7

– 91.7

Betriebskosten

– 195.4

– 186.7

Personalaufwand

– 71.9

– 64.8

Material und Fremdleistungen und sonstiger Betriebsaufwand

– 123.5

– 121.9

EBITDA

253.3

248.9

– 2 % 

Abschreibungen und Wertminderungen

– 85.1

– 86.7

Ergebnis aus Assoziierten

21.4

11.5

EBIT

189.6

173.7

– 8 % 

Die Gesamtleistung im Netzgeschäft reduziert sich gegenüber dem Vorjahreswert um 5 % auf 527 Mio. CHF. Dabei vermindert sich der Ertrag aus der Durchleitungsentschädigung für das Verteilnetz (Netznutzung) um 3 % auf 468 Mio. CHF. Die Abnahme ist insbesondere bedingt durch tiefere Durchleitungsmengen sowie niedrigere Kosten der Vorliegernetze.

Aufgrund organisatorischer Umstellungen, aber auch dank weiterhin konsequentem Kostenmanagement reduzieren sich die Betriebskosten um 4 %. Das Ergebnis aus Assoziierten fällt um 10 Mio. CHF tiefer aus. Grund dafür ist eine erwartete einmalige Korrektur in der Jahresrechnung 2019 der Swissgrid aufgrund eines abgeschlossenen ElCom-Verfahrens. Diese wirkt sich entsprechend negativ auf das erfasste anteilige Ergebnis für die BKW aus.

Der EBIT liegt mit 174 Mio. CHF unter Berücksichtigung der tieferen Durchleitungsmengen und des einmaligen Effektes betreffend der Swissgrid-Beteiligung insgesamt auf einem stabilen Niveau.

Dienstleistungen: starkes Wachstum

Das Geschäftsfeld Dienstleistungen umfasst das Engineering (Ingenieurplanung und -beratung) für Energie-, Infrastruktur- und Umweltprojekte, integrierte Angebote im Bereich der Building Solutions (Gebäudetechnik) sowie Infra Services (Bau, Service und Unterhalt von Energie-, Wasser- und Telekommunikationsnetzen).

Mio. CHF

2018

2019

Veränderung in %

Umsatz

880.8

1 106.8

26 % 

Betriebskosten

– 797.2

– 987.0

Personalaufwand

– 391.7

– 503.5

Material und Fremdleistungen und sonstiger Betriebsaufwand

– 405.5

– 483.5

EBITDA

83.6

119.8

43 % 

Abschreibungen und Wertminderungen

– 25.6

– 47.6

EBIT

58.0

72.2

24 % 

Das Dienstleistungsgeschäft wird auch im Jahr 2019 weiter erfolgreich ausgebaut. Der Umsatz steigt um 26 % auf 1 106.8 Mio. CHF und liegt damit erstmals deutlich über 1 Mrd. CHF und beläuft sich auf rund 40 % des gesamten Umsatzes der BKW. Die wiederholt zweistellige Wachstumsrate ist akquisitorisch bedingt. Die BKW hat im Berichtsjahr insgesamt zwanzig Akquisitionen getätigt, wobei die grossen Transaktionen erst im vierten Quartal erfolgt sind. Alle drei Hauptbereiche (Engineering, Building Solutions und Infra Services) verzeichnen ein Wachstum. Das BKW Engineering-Geschäft wurde insbesondere in Deutschland weiter ausgebaut und mit Kompetenzen in der Prüftätigkeit und dem Bauwesen verstärkt sowie um Architekturkompetenzen für die Generalplanung ergänzt. Insbesondere die Akquisition der renommierten ingenhoven architects verstärkt den Schwerpunkt im Bereich energie- und ressourceneffizienter Gebäudeplanung markant.

Die BKW Building Solutions ergänzen durch gezielte Akquisitionen ihr schweizweites Firmennetzwerk geografisch und fachlich ideal. Namentlich mit dem Erwerb der swisspro-Gruppe wird eine starke Positionierung als schweizweit führende Anbieterin von Gesamtlösungen in Elektrotechnik, ICT und Gebäudeinformatik erreicht. Die Leistungspalette wird sowohl geografisch als auch im Bereich wiederkehrender Servicedienstleistungen und bei Grosskunden erweitert.

Die BKW Infra Services machen mit der Übernahme der deutschen LTB Leitungsbau einen bedeutenden Entwicklungsschritt in eine neue geografische Region und stärken damit die Wachstumsstrategie in diesem Bereich. Die BKW geht von einem stark wachsenden Markt für den Bau sowie die Sanierung und Instandhaltung von Hoch- und Höchstspannungsleitungen in Deutschland aus.

Nach den Akquisitionen 2019 gehört die BKW nun in allen drei Bereichen Building Solutions, Infra Services und Engineering zu den führenden Unternehmen in ihren Märkten.

Dem starken Umsatzwachstum entsprechend haben auch die Betriebskosten zugenommen. Der ausgewiesene EBIT von 72 Mio. CHF (Vorjahr: 58 Mio. CHF) ist nach wie vor durch Akquisitions- und Integrationskosten belastet. Da die grossen Akquisitionen erst im 4. Quartal getätigt wurden, steht den erfassten M&A-Kosten nur ein kleiner Teil des erworbenen Umsatzes gegenüber, was die Marge leicht zu verwässern mag.

Funds from Operations auf Rekordhöhe

Die Funds from Operations, der Cashflow vor der Veränderung des Nettoumlaufvermögens und bezahlten Ertragssteuern, stellen mit 584 Mio. CHF (Vorjahr: 385 Mio. CHF) den Spitzenwert seit dem Börsengang vor über 15 Jahren dar. Vor Verwendung von Rückstellungen für die nukleare Stilllegung und Entsorgung betragen die Funds from Operations 648 Mio. CHF (+ 50 %).

Der ausgewiesene Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit beinhaltet nicht alleine die Geldflüsse aus den operativen Aktivitäten, sondern auch jene aus der Verwendung der Rückstellungen für die nukleare Stilllegung und Entsorgung. Die Verwendungen führen zudem grösstenteils zu Rückerstattungsansprüchen an die staatlichen Stilllegungs- und Entsorgungsfonds. Für die bessere Vergleichbarkeit und Interpretierbarkeit verwendet die BKW daher die Kenngrösse «Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit vor Verwendung nukleare Rückstellungen». Dieser für die Beurteilung der Cash Generation relevante Cashflow beläuft sich auf 533 Mio. CHF (Vorjahr: 421 Mio. CHF) und fällt um 26 % höher aus als im Vorjahr. Der ausgewiesene Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit liegt mit 469 Mio. CHF ebenfalls um 26 % über dem Vorjahr (373 Mio. CHF).

Die Investitionen in den Aufbau des Dienstleistungsgeschäfts, in neue Kraftwerke sowie in die Netzinfrastruktur belaufen sich im Geschäftsjahr 2019 auf 575 Mio. CHF (Vorjahr: 485 Mio. CHF). Davon flossen rund zwei Drittel in den weiteren Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts. In den Ersatz / Unterhalt wurden rund 165 Mio. CHF investiert. Dies zu rund 75 % ins Netz. Die Akquisitionen und Investitionen können aus den im Jahr 2019 selbst erarbeiteten Mitteln finanziert werden. Die kurzfristig verfügbare Liquidität unter Einbezug der kurzfristigen Finanzanlagen beläuft sich zum Jahresende auf rund 0.9 Mrd. CHF.

Mio. CHF

2018

2019

Veränderung in %

Funds from Operations vor Verwendung nukleare Rückstellungen

432.4

647.5

50 % 

Funds from Operations

384.5

583.9

52 % 

Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit vor Verwendung nukleare Rückstellungen

421.3

532.5

26 % 

Verwendung nukleare Rückstellungen ohne Rückerstattungsanspruch an staatliche Fonds

– 16.7

– 27.3

63 % 

Verwendung nukleare Rückstellungen mit Rückerstattungsanspruch an staatliche Fonds

– 31.2

– 36.3

16 % 

Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit

373.4

468.9

26 % 

Liquidität per 31.12.

1 094.9

910.8

– 17 % 

Die Eigenkapital- und Finanzierungssituation ermöglicht weiterhin finanzielle und operative Flexibilität

Die Bilanzsumme hat sich gegenüber dem Jahresende 2018 leicht um 2 % auf 9.2 Mrd. CHF erhöht. Grund für die Erhöhung ist insbesondere die erstmalige Anwendung des neuen Leasingstandards IFRS 16, die zu einer initialen Erhöhung des Anlagevermögens um rund 140 Mio. CHF sowie in gleichem Umfang auch der Leasingverbindlichkeiten geführt hat. Die Eigenkapitalquote steigt trotz der höheren Bilanzsumme insbesondere infolge des hohen Jahresgewinns auf 40.4 % (Ende 2018: 38.4 %).

Mio. CHF

2018

2019

Umlaufvermögen

2 242.8

2 038.5

Anlagevermögen

6 810.5

7 200.0

Kurzfristige Verbindlichkeiten

1 547.0

1 287.1

Langfristige Verbindlichkeiten

4 034.0

4 216.2

Eigenkapital

3 472.3

3 735.2

Bilanzsumme

9 053.3

9 238.5

Die Finanzierungssituation der BKW präsentiert sich weiterhin solid. Die Nettoschulden (Finanzverbindlichkeiten abzüglich kurzfristiger Finanzanlagen und flüssiger Mittel) erhöhen sich zum Jahresende um 151 Mio. CHF auf 626 Mio. CHF. Ursache für die Steigerung dieser Kennzahl ist die erstmalige Anwendung des neuen Leasingstandards IFRS 16. Ohne Berücksichtigung dieses Rechnungslegungseffekts würde die Nettoverschuldung auf dem Vorjahresniveau liegen. Dies trotz der signifikanten Akquisitionstätigkeit.

Im Juli 2019 wurde die fällige Obligationenanleihe in der Höhe von 350 Mio. CHF zurückbezahlt. Gleichzeitig hat die BKW mit grossem Erfolg einen 0.25 %-Green Bond von 200 Mio. CHF mit einer Laufzeit von acht Jahren emittiert. Die teilweise Refinanzierung führt zukünftig zu einer Zinseinsparung von rund 11 Mio. CHF. Zudem verfügt die BKW nach wie vor über einen ungenutzten Konsortialkredit im Rahmen von 250 Mio. CHF. Der für die Umsetzung der Strategie und zur Wahrung der finanziellen und operativen Handlungsfreiheit notwendige Finanzierungsrahmen ist damit ausreichend und weiterhin jederzeit gesichert.

Dividendenerhöhung

Auf Basis des um die ausserordentlich starke Performance der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds bereinigten Reingewinns wird der Generalversammlung eine erhöhte Dividende von 2.20 CHF pro Aktie (+ 22 % gegenüber dem Vorjahr) vorgeschlagen. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von rund 40 % auf dem bereinigten Reingewinn. Die Dividendenrendite beläuft sich bezogen auf den Jahresendkurs auf 3.1 % (Vorjahr 2.6 %). Der Dividendenvorschlag beruht auf den stabilen Grundsätzen der BKW Dividendenpolitik.

Ausblick

Für das Geschäftsjahr 2020 erwartet die BKW einen gegenüber 2019 tieferen operativen EBIT (also ohne Sondereffekte) in der Bandbreite von 380 bis 400 Mio. CHF. Diesem Ausblick unterlegt sind zum einen eine Normalisierung beim Handelsgeschäft und bei den Renditen der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds. Zum anderen widerspiegelt er die steigenden Strompreise und weiteres profitables Wachstum des Dienstleistungsgeschäfts. Die Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft im Allgemeinen und die BKW im Speziellen lassen sich zurzeit nur schwer abschätzen. Die robuste Aufstellung der BKW im Energie- und Dienstleistungsgeschäft wird aber auch hier von Vorteil sein.

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