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Kommentar zum Jahresergebnis

Ausgezeichnetes Jahresergebnis

Die BKW steigert Umsatz und EBIT in einem durch die Corona-Pandemie herausfordernden Jahr. Das Wachstum im Dienstleistungsgeschäft sowie der positiv wirkende Preisanstieg im Energiegeschäft sind die Haupttreiber der Umsatzzunahme, welche sich trotz des Wegfalls des stillgelegten KKM insgesamt um 9 % auf 3.1 Mrd. CHF erhöht. Auf EBIT-Stufe realisiert insbesondere das Dienstleistungsgeschäft einen höheren Beitrag, während im Energiegeschäft das erneut überzeugend ausgefallene Handelsgeschäft nur leicht unter den Spitzenresultaten des Vorjahres bleibt. Zusammen mit der einmaligen Entschädigung von Swissgrid beläuft sich das ausgewiesene Betriebsergebnis auf 475 Mio. CHF (+10 %). Ohne diesen Sondereffekt beträgt der EBIT 436 Mio. CHF und übertrifft damit das Rekordergebnis von 2019. Der operative Reingewinn, vor der Performance der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds, liegt mit 349 Mio. CHF um 22 % über Vorjahr. Die Funds from Operations erreichen mit 649 Mio. CHF einen neuen Rekordwert.

Hervorragendes operatives Ergebnis: Spitzenwerte des Vorjahres nochmals übertroffen

Der ausgewiesene EBIT liegt mit 474.7 Mio. CHF um 10 % oder rund 40 Mio. CHF über dem Vorjahr. Die der BKW von der ElCom zugesprochene abschliessende Entschädigungszahlung von Swissgrid für die Übergabe des Transportnetzes beeinflusst den ausgewiesenen EBIT einmalig mit rund 39 Mio. CHF. Ohne Berücksichtigung dieses Einmaleffekts beträgt der EBIT 436 Mio. CHF. Damit schliesst die BKW das Geschäftsjahr 2020 mit einem ausgesprochen starken operativen EBIT ab, übertrifft sogar den Vorjahresspitzenwert und erreicht damit einen neuen Bestwert seit der Kotierung.

Neben dem weiter ausgebauten Dienstleistungsgeschäft, welches seinen EBIT-Beitrag trotz Corona-Krise wiederum deutlich steigern kann, haben vor allem das wiederum sehr erfolgreiche Handelsgeschäft und der positive Effekt der höher abgesicherten Strompreise zu diesem ausgezeichneten Resultat beigetragen. Das Betriebsergebnis des Netzgeschäfts entwickelt sich erwartungsgemäss stabil.

Der operative Reingewinn (Reingewinn vor Performance der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds, STENFO) beträgt 349.0 Mio. CHF und liegt damit um 22 % über dem Vorjahresresultat. Ohne den Sondereffekt der Swissgrid-Entschädigung steigt der operative Reingewinn gegenüber 2019 um 9 %. Der ausgewiesene Reingewinn (nach STENFO) beläuft sich auf 382.4 Mio. CHF und kommt unter den Rekordwert des Jahres 2019 zu stehen. Die Fonds haben zwar trotz einem schwierigen ersten Halbjahr die vorgegebene Sollrendite übertroffen, liegen aber klar unter den Spitzenrenditen des Vorjahres.

Umsatz und Betriebsergebnis gesteigert

Mio. CHF

2019

2020 (vergleichbar)

Bereinigungen 1

2020

Veränderung in %

Umsatz

2 866.6

3 089.9

38.7

3 128.6

9 % 

Energiebeschaffung/-transporte

– 796.0

– 790.1

– 790.1

Betriebskosten

– 1 392.2

– 1 659.5

– 1 659.5

EBITDA

678.4

640.3

38.7

679.0

0 % 

Abschreibungen und Wertminderungen

– 280.7

– 243.3

– 243.3

Ergebnis aus Assoziierten

35.7

39.0

39.0

EBIT

433.4

436.0

38.7

474.7

10 % 

Finanzergebnis ohne Wertveränderung staatliche Fonds

– 103.6

– 73.8

– 73.8

Ertragssteuern ohne Wertänderung staatliche Fonds

– 44.4

– 50.9

– 1.0

– 51.9

Reingewinn operativ 2

285.4

311.3

37.7

349.0

22 % 

Wertänderung staatliche Fonds netto Steuern

118.2

33.4

33.4

Reingewinn

403.6

344.7

37.7

382.4

– 5 % 

1 Die Bereinigung im Umsatz 2020 betrifft die der BKW aufgrund einer ElCom-Verfügung zugesprochene, einmalige Entschädigung von Swissgrid für die Enteignung des Übertragungsnetzes im Jahr 2013.

2 Neu wird der «Reingewinn operativ» als Kennzahl eingeführt. Dieser entspricht dem Reingewinn vor den Erträgen aus den staatlichen Stilllegungs- und Entsorgungsfonds und ist zur Messung der operativen Leistung besser geeignet als der ausgewiesene Reingewinn, da die Erträge dieser Fonds nicht operativ begründet sind und die BKW keinen direkten Einfluss auf die Anlageentscheide dieser Mittel hat.

Umsatzsteigerung dank weiterem Ausbau

Im Geschäftsjahr 2020 kann die BKW den Umsatz um 9 % steigern und den Volumenwegfall des stillgelegten Kernkraftwerks Mühleberg (KKM) mehr als kompensieren. Insbesondere das weiterhin starke Wachstum des Dienstleistungsgeschäfts und die höher abgesicherten Strompreise haben zu dieser Umsatzsteigerung beigetragen.

Zahl der Mitarbeitenden steigt infolge getätigter Akquisitionen

Infolge des Ausbaus des Dienstleistungsgeschäfts nehmen die Betriebskosten auf Gruppenstufe um 19 % zu. Aufgrund der Akquisitionen sind rund 270 neue Mitarbeitende zur BKW gestossen. Im angestammten Energie- und Netzgeschäft konnten die Kosten durch konsequentes Kostenmanagement um 3 % gesenkt werden.

Auch im Corporate Center, also bei den zentralen Funktionen, wurden weitere Effizienzsteigerungen erzielt und der Personalbestand um rund 5 % reduziert. Insgesamt hat die BKW per Ende 2020 rund 10 250 Mitarbeitende. Die BKW nimmt ihre Verantwortung wahr im Bereich der Ausbildung von Lernenden. Aktuell beschäftigt sie über alle Geschäftsbereiche mehr als 900 Auszubildende.

Hauptgrund für die Abnahme der Abschreibungen und Wertminderungen ist die Einstellung des Leistungsbetriebs im KKM, welche zu einer entsprechenden Entlastung geführt hat.

Finanzergebnis verbessert sich infolge tieferer Zinsen

Im Geschäftsjahr 2020 fällt das vergleichbare Finanzergebnis (ohne die Berücksichtigung der Performance der STENFO) mit – 73.8 Mio. CHF um 29.8 Mio. CHF besser aus als im Vorjahr. Grund für diese Entwicklung sind tiefere Zinsaufwendungen. Einerseits reduziert sich die Aufzinsung der nuklearen Rückstellungen aufgrund der 2019 vom Bundesrat verfügten Änderung der Parameter in der Stilllegungs- und Entsorgungsfondsverordnung (SEFV). Andererseits nimmt der Zinsaufwand aus den Anleihensverbindlichkeiten ab. Ende Juli 2019 war die 3.75 %-Anleihe von 350 Mio. CHF mit einem Green Bond über 200 Mio. CHF mit einem Zinssatz von 0.25 % refinanziert worden.

Das ausgewiesene Finanzergebnis ist durch die Wertänderung auf staatlichen Fonds geprägt. Die Rendite der Anlagen in diesen Fonds beläuft sich auf 3.2 %. Trotz massiven corona-bedingten Kurseinbrüchen im ersten Halbjahr kann damit auch im Geschäftsjahr 2020 die gemäss SEFV-Verordnung geforderte Planrendite von 2.1 % übertroffen werden. Trotzdem fällt die Performance im Vorjahresvergleich aufgrund der im Jahr 2019 erzielten Rekordrendite von 12.6 % um rund 106 Mio. CHF tiefer aus.

Funds from Operations auf Rekordhöhe: Spitzenwert des Vorjahres nochmals deutlich übertroffen

Mio. CHF

2019

2020

Veränderung in %

Funds from Operations vor Verwendung nukleare Rückstellungen

647.5

781.8

21 % 

Funds from Operations

583.9

649.1

11 % 

Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit vor Verwendung nukleare Rückstellungen

532.5

662.2

24 % 

- Zahlungen für Stilllegung und Entsorgung

– 63.6

– 132.7

Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit

468.9

529.5

13 % 

Cashflow aus Investitionstätigkeit vor Rückerstattungen aus staatlichen Fonds

– 302.5

– 274.8

+ Rückerstattungen aus den Stilllegungs- und Entsorgungsfonds

46.6

86.5

Cashflow aus Investitionstätigkeit

– 255.9

– 188.3

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

– 341.1

– 197.0

Liquidität per 31.12.

910.8

1 036.0

14 % 

Die Funds from Operations, der Cashflow vor der Veränderung des Nettoumlaufvermögens und gezahlten Ertragssteuern, übertreffen den Spitzenwert des Vorjahres nochmals um 65.2 Mio. CHF und erreichen mit 649.1 Mio. CHF eine neue Rekordhöhe. Vor Verwendung von Rückstellungen für die nukleare Stilllegung und Entsorgung betragen die Funds from Operations gar 781.8 Mio. CHF (+ 21 %).

Der ausgewiesene Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit beinhaltet nicht alleine die Geldflüsse aus den operativen Aktivitäten, sondern auch diejenigen aus der Verwendung der Rückstellungen für die nukleare Stilllegung und Entsorgung. Die Verwendungen führen zudem grösstenteils zu Rückerstattungsansprüchen an die staatlichen Stilllegungs- und Entsorgungsfonds. Für die bessere Vergleichbarkeit und Interpretierbarkeit verwendet die BKW daher die Kenngrössen «Funds from Operations vor Verwendung nukleare Rückstellungen» und «Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit vor Verwendung nukleare Rückstellungen». Dieser für die Beurteilung der Cash Generation relevante Cashflow beläuft sich auf 662.2 Mio. CHF und fällt damit um 24 % höher aus als im Vorjahr. Der ausgewiesene Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit liegt mit 529.5 Mio. CHF ebenfalls markant über dem Vergleichswert der Vorjahresperiode (+ 13 %). Die kurzfristig verfügbare Liquidität unter Einbezug der kurzfristigen Finanzanlagen ist leicht angestiegen und beläuft sich zum 31. Dezember 2020 auf rund 1.0 Mrd. CHF.

Im Geschäftsjahr 2020 hat die BKW rund 250 Mio. CHF investiert (Vorjahr: 575 Mio. CHF). Die erwirtschafteten Funds from Operations übertreffen damit die getätigten Investitionen um mehr als 2.5-mal. Die tieferen Investitionswerte sind auf die grossen Akquisitionen im Jahr 2019 zurückzuführen. Pandemiebedingt waren die Akquisitionsaktivitäten im Jahr 2020 etwas ruhiger. Im Berichtsjahr machen Wachstumsinvestitionen in das Dienstleistungsgeschäft (Akquisitionen) und der Bau von Kleinwasserkraftwerken und Wärmeverbundprojekten rund 25 % des Investitionsvolumens aus. Die Unterhalt-/Ersatzinvestitionen insgesamt fallen mit 187 Mio. CHF leicht höher aus als im Vorjahr. Der grösste Teil der Unterhalts-/Ersatzinvestitionen betrifft mit 124 Mio. CHF das Verteilnetz.

Unverändert starke Eigenkapital- und Finanzierungssituation: finanzielle und operative Flexibilität gewährleistet

Mio. CHF

2019

2020

Veränderung in %

Umlaufvermögen

2 038.5

2 191.5

8 % 

Anlagevermögen

7 200.0

7 236.6

1 % 

Kurzfristige Verbindlichkeiten

1 287.1

1 351.9

5 % 

Langfristige Verbindlichkeiten

4 216.2

4 086.8

– 3 % 

Eigenkapital

3 735.2

3 989.4

7 % 

Bilanzsumme

9 238.5

9 428.1

2 % 

Die Bilanzsumme hat sich gegenüber dem Vorjahr aufgrund des sehr guten Jahresergebnisses um 2 % auf 9.4 Mrd. CHF, das Eigenkapital um 7 % auf 4.0 Mrd. CHF erhöht. Die Eigenkapitalquote steigt auf 42.3 % (Vorjahr: 40.4 %). Grund für die Reduktion der langfristigen Verbindlichkeiten ist insbesondere die im Januar 2020 begonnene und planmässig fortschreitende Stilllegung des Kernkraftwerks Mühleberg. Im Berichtsjahr wurden Arbeiten im Umfang von 132.7 Mio. CHF geleistet und die bestehenden Rückstellungen entsprechend verwendet. Aus den Stilllegungs- und Entsorgungsfonds wurden bereits 86.5 Mio. CHF der Kosten zurückerstattet.

Die Finanzierungssituation der BKW präsentiert sich unverändert solid. Die Nettoschulden (Finanzverbindlichkeiten abzüglich kurzfristiger Finanzanlagen und flüssiger Mittel) vermindern sich zum Jahresende um 123.5 Mio. CHF auf 502.1 Mio. CHF. Ursache für die Verbesserung dieser Kennzahl ist die starke Cash Generation aus der operativen Geschäftstätigkeit. Die Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA fällt damit weiter und beträgt 0.7 (Vorjahr: 0.9). Zudem verfügt die BKW nach wie vor über einen ungenutzten Konsortialkredit im Rahmen von 250 Mio. CHF. Der für die Umsetzung der Strategie und zur Wahrung der finanziellen und operativen Handlungsfreiheit notwendige Finanzierungsrahmen ist damit ausreichend und weiterhin jederzeit gesichert.

Dividendenerhöhung auf CHF 2.40 pro Aktie

Auf Basis des um die einmalige Entschädigung aus der ElCom-Verfügung sowie die Performance der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds bereinigten Reingewinns wird der Generalversammlung eine gegenüber dem Vorjahr um + 9 % erhöhte Dividende von CHF 2.40 pro Aktie vorgeschlagen. Damit liegt die Ausschüttungsquote im Zielband von 40 – 50 % des bereinigten Reingewinns und stellt die zweite Erhöhung innerhalb zweier Jahre dar. Zusammen mit der Aktienkurssteigerung wird somit für das Geschäftsjahr 2020 eine starke Gesamtaktienrendite von 42 % erzielt. Der Dividendenvorschlag des Verwaltungsrats beruht auf den stabilen Grundsätzen der BKW zur Dividendenpolitik.

CHF

2019

2020

Veränderung in %

Dividende

2.20

2.40

9 % 

Gesamtaktienrendite

7 % 

42 % 

Ausblick 2021

Für das Geschäftsjahr 2021 erwartet die BKW einen operativen EBIT in der Bandbreite von 420 bis 440 Mio. CHF. Damit liegt die Gewinnerwartung auf Vorjahresniveau. Dieser Ausblick widerspiegelt einerseits die steigenden Strompreise und weiteres profitables Wachstum des Dienstleistungsbereichs, andererseits ist ihm ein normalisiertes Handelsergebnis unterlegt. Auch die aufgrund der angekündigten Grossrevision im Kernkraftwerk Leibstadt ausfallenden Produktionsvolumen wurden entsprechend berücksichtigt. Die coronabedingten Unsicherheiten bezüglich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung bleiben jedoch weiterhin bestehen und können die Prognosen massgeblich beeinflussen. Wie 2020 wird hier die robuste Aufstellung der BKW auch im Jahr 2021 von Vorteil sein.

Energie: wiederum überzeugendes Handelsgeschäft, Stilllegung des KKM führt zu Umsatzrückgang

Das Geschäftsfeld Energie richtet sich konsequent auf die Chancen und Herausforderungen des veränderten Energiemarktes aus. Es umfasst die Produktion, den Vertrieb sowie den Handel mit Strom, Zertifikaten und energienahen Rohstoffen.

Im Berichtsjahr ist die BKW in den Gasmarkt eingetreten und liefert ihren Kunden zukünftig nebst Strom auch Gas. Ziel ist es nicht, mit zusätzlichem Gasverbrauch andere Energieformen zu ersetzen, sondern bestehenden Gasverbrauchern attraktive Lieferangebote zu unterbreiten. Das BKW Angebot richtet sich primär an Industriebetriebe, an KMU, an Immobilienverwaltungen sowie an Gasversorgungsunternehmen. Mit gebündelten Angeboten kann die BKW ihre Endkunden optimal in die nachhaltige Energiezukunft begleiten. Den Gasvertreibern bietet sie Paketlösungen für die Gas- und Strombeschaffung an.

Starkes Vorjahresergebnis beinahe egalisiert

Mio. CHF

2019

2020

Veränderung in %

Gesamtleistung

1 315.4

1 175.1

– 11 % 

Energiebeschaffung

– 704.4

– 695.3

Betriebskosten

– 281.2

– 204.2

EBITDA

329.8

275.6

– 16 % 

Abschreibungen und Wertminderungen

– 126.8

– 74.0

Ergebnis aus Assoziierten

24.2

16.2

EBIT

227.2

217.8

– 4 % 

Anzahl Mitarbeitende

850

800

Investitionen

51

42

Umsatz geprägt durch Stilllegung KKM und Corona-Situation

Die Umsatzentwicklung im Geschäftsjahr 2020 ist im Energiegeschäft insbesondere geprägt durch den Wegfall der Produktionsmenge aus dem KKM sowie den aufgrund der Corona-Pandemie reduzierten Stromabsatz. Die höher abgesicherten Strompreise konnten diese Effekte nicht kompensieren. Mit 1 175.1 Mio. CHF liegt die Gesamtleistung um 11 % unter dem Vorjahr. Aufgrund der Corona-Krise ging der Stromabsatz bei den freien Kunden vor allem im ersten Halbjahr zurück. Hingegen blieb der Umsatz in der Grundversorgung stabil. Hier konnte der negative Effekt der warmen Witterung durch den etwas erhöhten Energieverbrauch des Arbeitens im Homeoffice ausgeglichen werden.

Das Bewirtschaftungs- und Handelsergebnis ist erneut überdurchschnittlich ausgefallen und bestätigt die robuste Aufstellung des Handels der BKW. Im Berichtsjahr 2020 war der Grosshandelsmarkt ebenso wie das Endkundengeschäft durch die Unsicherheiten der Corona-Pandemie geprägt – dies neben den weiterhin bestehenden Einflüssen aufgrund des weiteren Ausbaus der Erneuerbaren, des teilweisen Ausstiegs aus der Kernenergie bzw. der Kohleverstromung und der potenziellen Auswirkungen des europäischen Clean Energy Package. Dies führte vor allem im Frühjahr zu einem starken Nachfragerückgang, der den Spotstrompreis und damit auch die Clean Dark Spreads und Clean Spark Spreads noch über den Frühsommer hinaus mit nach unten zog. Die politische Konfrontation zwischen den USA und China, Abstimmungsschwierigkeiten innerhalb der OPEC+-Länder und das bestehende Überangebot an Gas sowie tiefe Temperaturen zum Winterbeginn in Asien führten zusätzlich zu akzentuierten Preisschwankungen bei den auch zur Stromerzeugung verwendeten Brennstoffen. In diesem unsicheren, volatilen Marktumfeld ist es dem Handel der BKW erfolgreich gelungen, erneut ein starkes Ergebnis zu erzielen.

Tiefere Energiebeschaffungs- und Betriebskosten

Der Aufwand für die Energiebeschaffung vermindert sich nur leicht um 1 % auf 695.3 Mio. CHF. Die im Vorjahresvergleich deutlich tiefere Performance der staatlichen Fonds für Stilllegung und Entsorgung beim KKL führte zu einer Zunahme der Beschaffungskosten aus diesem Kraftwerk und verhinderte damit eine höhere Abnahme der Gesamtkosten für die Energiebeschaffung.

Im vergangenen Jahr produzierte die BKW insgesamt 9 TWh Energie, was gegenüber 2019 einer Abnahme von 3.4 TWh oder 27 % entspricht. Grund für die Abnahme ist die Stilllegung des KKM Ende 2019. Seit Anfang 2020 laufen die Rückbauarbeiten im KKM, die in erster Linie durch die eigenen Mitarbeitenden der BKW durchgeführt werden. Bisher wurden mehrere Meilensteine plangemäss erreicht und trotz der Corona-Pandemie ist das Projekt im Zeit- und Kostenplan. Die Jahresrechnung 2020 des Geschäftsfelds Energie wird im Vorjahresvergleich durch die Stilllegung des KKM massgeblich beeinflusst. Einerseits fällt Umsatz aus dem Verkauf von rund 3 TWh Strom weg. Andererseits fallen ebenfalls Betriebskosten weg, da diese nun mit den bestehenden Rückstellungen verrechnet werden. Im Jahr 2020 waren Arbeiten in der Höhe von rund 133 Mio. CHF erbracht und vollumfänglich den entsprechenden Rückstellungen belastet worden. Nach der Ausserbetriebnahme des KKM erzielt die BKW 2020 aufgrund ihrer Strombezüge aus den Kernkraftwerken Leibstadt und Cattenom von insgesamt 2.2 TWh noch einen Umsatz von rund 3 % des Gesamtumsatzes der BKW Gruppe.

Die thermischen Kraftwerke produzierten im Jahr 2020 1.2 TWh und standen damit aufgrund der Preissituation weniger im Einsatz als im Vorjahr (1.5 TWh). Demgegenüber führten die guten Windaufkommen und die Inbetriebnahme zweier Windparks in Norwegen (Fosen) zum Anstieg der Produktionsmengen aus neu erneuerbaren Energien auf 1.8 TWh (+ 12 %).

Die Hydrokraftwerke erzielten mit 3.8 TWh eine Produktionsmenge auf Vorjahreshöhe. Im Berichtsjahr wurden zudem mehrere Kleinwasserkraftwerke vorangetrieben. Der Bau des Kraftwerks Augand (Kandertal) hat im April, derjenige des Kraftwerks Sousbach (Lauterbrunnental) im August begonnen. Am weitesten fortgeschritten ist der Bau des Kraftwerks Wiler-Kippel (Lötschental), welches voraussichtlich im Herbst 2021 seinen Betrieb aufnehmen wird. Die laufenden Kleinkraftwerksprojekte haben eine installierte Leistung von rund 24 MW (BKW Anteil rund 15 MW), eine erwartete jährliche Energieproduktion von rund 80 GWh (BKW Anteil rund 50 GWh) und eine geplante Gesamtinvestitionssumme von 132 Mio. CHF (BKW Anteil rund 83 Mio. CHF).

Energiegeschäft mit höherer Profitabilität

Das Betriebsergebnis liegt mit 217.8 Mio. CHF lediglich um 4 % unter dem starken Vorjahreswert. Die positiven Effekte aus den im Vorjahresvergleich höher abgesicherten Strompreise wurden auf EBIT-Stufe insbesondere durch die höheren Beschaffungskosten des KKL (STENFO Performance) ausgeglichen.

Netze: stabile Ergebnisbeiträge und Investitionen in die Erneuerung

Das Geschäftsfeld Netze baut, betreibt und unterhält das eigene Verteilnetz. Das Netz transportiert den Strom nicht nur vom Kraftwerk zu den Verbrauchern, sondern misst auch Produktion und Verbrauch, transformiert die Spannung, überwacht, analysiert und steuert die Lastflüsse und integriert dezentrale Produktionsanlagen wie Fotovoltaik-und Windanlagen.

Stabiles Ergebnis und positiver Einmaleffekt

Mio. CHF

2019

2020 (vergleichbar)

Bereinigungen 1

2020

Veränderung in %

Umsatz

527.3

528.1

38.7

566.8

7 % 

Aufwand Energietransporte

– 91.7

– 95.0

– 95.0

Betriebskosten

– 186.7

– 192.2

– 192.2

EBITDA

248.9

240.9

38.7

279.6

12 % 

Abschreibungen und Wertminderungen

– 86.7

– 89.7

– 89.7

Ergebnis aus Assoziierten

11.5

22.8

22.8

EBIT

173.7

174.0

38.7

212.7

22 % 

Anzahl Mitarbeitende

600

610

Investitionen

121

124

1 Die Bereinigung betrifft die der BKW aufgrund einer ElCom-Verfügung zugesprochene, einmalige Entschädigung von Swissgrid für die Enteignung des Übertragungsnetzes im Jahr 2013.

Der vergleichbare Umsatz im Netzgeschäft insgesamt liegt auf der Höhe des Vorjahreswerts. Der Ertrag aus Durchleitungsentschädigung (Netznutzung) vermindert sich dabei jedoch um 1 %. Die Abnahme resultiert infolge leichter Tarifanpassungen und aufgrund Corona- und temperaturbedingt tieferen Durchleitungsmengen im ersten Halbjahr. Der Rückgang der Nachfrage erfolgte vor allem auf den höheren Netzebenen aufgrund des Lockdowns des Gewerbes/der Industrie in den Monaten März und April. Demgegenüber führte das allgemein angeordnete Homeoffice zu einem höheren Verbrauch auf der untersten Netzebene, konnte jedoch den negativen Einfluss im ersten Halbjahr nicht kompensieren. Gegen Jahresmitte entspannte sich die Corona-Situation wieder. Die Durchleitungsmengen normalisierten sich im zweiten Halbjahr weitgehend und fielen im kalten vierten Quartal aufgrund gegenüber dem Vergleichsjahr gesteigerter Heizgradtage sogar höher aus. Auf das ganze Jahr gesehen ergibt sich somit nur eine geringe Abnahme des Gesamtverbrauchs.

Die zugesprochene, einmalige Vergütung von Swissgrid in der Höhe von 38.7 Mio. CHF im Zusammenhang mit abschliessenden ElCom-Verfügungen betreffend die per 1. Januar 2013 an Swissgrid überführten Übertragungsnetzanlagen beeinflusste den Umsatz entsprechend positiv. Der Grossteil dieser Vergütungen ist im Jahr 2020 noch nicht geldwirksam geworden. Die entsprechenden Geldflüsse werden in den Jahren 2021 und 2022 erwartet.

Die Betriebskosten fallen vornehmlich infolge gestiegener Kosten für die Spannungshaltung des Verteilnetzes höher aus. Das Ausregeln des Netzes wird mit weiter steigendem Anteil an variabler Energieproduktion (Fotovoltaik und Wind) immer anspruchsvoller. Swissgrid belastet den Verteilnetzbetreibern neu Anteile dieser gestiegenen Kosten für die Spannungshaltung weiter.

Das Ergebnis aus Assoziierten steigt um 11.3 Mio. CHF an und liegt damit wieder auf einem zu erwartenden Niveau. 2019 erfasste Swissgrid eine einmalige Korrektur in ihrer Jahresrechnung aufgrund eines abgeschlossenen ElCom-Verfahrens. Diese hatte sich im Vorjahr entsprechend negativ auf das erfasste, anteilige Ergebnis für die BKW ausgewirkt.

Das operative Betriebsergebnis liegt mit 174 Mio. CHF auf der Höhe des Vorjahres und damit auf einem erwartet stabilen Niveau. Mit diesem Resultat hat das Netzgeschäft der BKW auch im von Unsicherheit geprägten Berichtsjahr 2020 zur Stabilisierung des Gruppenergebnisses beigetragen. Der operativ sichere Betrieb des Verteilnetzes war während des ganzen Jahres und insbesondere auch in der Phase des Corona-Lockdowns jederzeit sichergestellt.

Hohe Investitionen in die kontinuierliche Erneuerung

Für den sicheren, effizienten und leistungsfähigen Betrieb ihres Verteilnetzes investiert die BKW jährlich deutlich über 100 Mio. CHF. Die Schwerpunkte der aktuellen Investitionstätigkeit betreffen Netzinfrastrukturen im Berner Oberland sowie im Seeland. Diverse Unterstationen und Leitungen werden erneuert. Dabei werden die Arbeiten an den Unterstationen mit der neuartigen 3D-Technologie Building Information Modeling (BIM) geplant. Sie erlaubt es, die Planung von Gebäuden und Infrastrukturen sehr effizient zu gestalten.

Dienstleistungen: starkes Wachstum trotz beeinträchtigender Corona-Situation

Das Geschäftsfeld Dienstleistungen umfasst im Wesentlichen BKW Engineering (Ingenieurplanung und -beratung), BKW Building Solutions (Gebäudetechnik) sowie BKW Infra Services (Dienstleistungen für Energie-, Wasser- und Telekommunikationsnetze). Das starke Netzwerk von spezialisierten Gesellschaften und ihren unterschiedlichen Kompetenzen ermöglicht es der BKW, eine relevante Anbieterin von umfassenden Dienstleistungen im Gebäude- und Infrastrukturbereich zu sein.

Robustheit in beeinträchtigendem Corona-Umfeld

Mio. CHF

2019

2020

Veränderung in %

Umsatz

1 106.8

1 465.5

32 % 

Betriebskosten

– 987.0

– 1 321.4

EBITDA

119.8

144.1

20 % 

Abschreibungen und Wertminderungen

– 47.6

– 59.8

EBIT

72.2

84.3

17 % 

Anzahl Mitarbeitende

7 920

8 500

Investitionen

371

63

Trotz der Corona-Krise, welche das Dienstleistungsgeschäft vor allem im ersten Halbjahr stark forderte, kann der Umsatz wiederum um markante 32 % auf 1 465.5 Mio. CHF gesteigert werden. Das Wachstum beruht vor allem auf den im zweiten Semester 2019 getätigten Akquisitionen. Namentlich die in diesem Zeitraum akquirierten Unternehmen ingenhoven architects (BKW Engineering), swisspro Gruppe (BKW Building Solutions) und LTB Leitungsbau (BKW Infra Services) tragen in wesentlichem Ausmass zum Wachstum bei. Obwohl die Geschäftstätigkeit in den Monaten März bis Mai zum Teil eingeschränkt war, hielt sich der Umsatzrückgang in diesem Zeitraum in Grenzen. Die solide und diversifizierte Aufstellung des Dienstleistungsgeschäfts der BKW hat sich auch in der Corona-Krise bewährt und war in der Lage, stabile Resultate zu liefern. Zur Jahresmitte entspannte sich die Situation wieder und im zweiten Halbjahr hat das Dienstleistungsgeschäft klar über Vorjahr performt.

Neben der breiten Diversifikation, umfassenden Kompetenzen und verschiedenen Kundensegmenten half auch die rasche und fokussierte Reaktion bezüglich der von der Konzernleitung getroffenen Massnahmen mit, die kostenseitigen Auswirkungen von Covid-19 möglichst klein zu halten. Aufgrund der coronabedingt schlechteren Profitabilität, insbesondere bei der Arbeit auf den Baustellen, musste eine leichte EBIT-Margenreduktion hingenommen werden. Die Marge in 2020 beträgt 6 % und beinhaltet sämtliche Aufbau-, Akquisitions- und Integrationskosten.

Entwicklung der Hauptkompetenzbereiche

BKW Engineering

BKW Engineering deckt Engineering-Bedürfnisse in Hochbau, Verkehr- und Ingenieurbau, Wasser und Umwelt sowie Energie in der DACH-Region ab. Ergänzend werden Gutachten und Prüfungen für jegliche grossen Bau- und Infrastrukturprojekte sowie Spezialleistungen wie Risiko- und Sicherheitsanalysen angeboten. In Deutschland ist das Engineering-Netzwerk der BKW marktführend. BKW Engineering ist ausschliesslich in der Generalplanung und Prüfung tätig. Da die Projektumsetzung nicht in den Tätigkeitsbereich gehört, kann das Risiko des Geschäfts entsprechend tief gehalten werden.

Auch im Jahr 2020 konnte BKW Engineering verschiedene wichtige und prestigeträchtige Projekte gewinnen. Stellvertretend seien hier die neue Tesla-Fabrik bei Berlin und die VW-Fabriken in Polen und Russland genannt. Mit dem für Nachhaltigkeit stehenden Leuchtturmprojekt «Kö-Bogen» in Düsseldorf (Umschlagsbild) konnte die zu BKW Engineering gehörende ingenhoven architects ihr global bekanntes Label supergreen® weiter stärken.

Im Januar 2021 baute die BKW ihr Engineering-Netzwerk weiter aus und erwarb die R&P Ruffert GmbH. Die Gesellschaft erbringt mit rund 130 Mitarbeitenden an mehreren Standorten in Ost- und Westdeutschland Ingenieur- und Gutachterleistungen, wobei ihr Hauptfokus auf dem Bereich Tragwerkplanung liegt. Sie erzielt einen Jahresumsatz im tieferen zweistelligen Millionenbereich. Mit dieser Akquisition erweitert BKW Engineering die Kompetenzen ihres Netzwerkes und stärkt ihre Position im Wettbewerb mit multidisziplinären Marktführern.

BKW Infra Services

BKW Infra Services erbringt schweizweit umfassende Gesamtdienstleistungen in den Bereichen Energie, Telekom, Verkehr und Wasser und ist damit führend in der Errichtung von wichtigen Infrastrukturen mit Wachstumspotenzial. Seit letztem Jahr erbringt die BKW auch in Deutschland Netzinfrastruktur-Dienstleistungen. Die im vierten Quartal 2019 erworbene LTB Leitungsbau GmbH (LTB) gehört zu den Marktleadern im Bau und in der Instandhaltung von Energieanlagen in Deutschland, einem bedeutenden Wachstumsmarkt. Zentraler Markttreiber ist der starke Ausbau der erneuerbaren Energien und die damit zusammenhängende Notwendigkeit, den Strom aus den Erzeugungsgebieten im Norden in die weiter südlich gelegenen Industrie- und Bevölkerungszentren zu transportieren. Für zusätzliches Marktwachstum sorgt zudem der grosse Erneuerungs- und Wartungsbedarf der bestehenden Netzanlagen. 2020 konnte die LTB erneut verschiedene Grossaufträge (25 – 50 Mio. EUR) im Rahmen des Ausbaus des Höchstspannungsnetzes gewinnen. Der Bedarf an zusätzlichen Netzkapazitäten ist weiterhin gross und BKW Infra Services ist mit ihrem breiten Kompetenznetzwerk bestens aufgestellt.

BKW Building Solutions

Als Netzwerk von regional verankerten Traditionsunternehmen bietet BKW Building Solutions im Markt der Gebäudetechnik ein umfassendes Portfolio an Kompetenzen aus einer Hand an. Die Dienstleistungen beinhalten Planung, Realisierung und Wartung für Privathäuser, Gewerbe- und Industriebauten, für Neubauten und für Sanierungen in der Schweiz. Im Geschäftsjahr 2020 hat die BKW ihre Gebäudetechnikpräsenz im Installationsbereich weiter ergänzt. Mit der Elektro Nikolai GmbH rundet sie ihr Angebot im Elektroinstallationsgeschäft im Wallis ab. In der Klima- und Lüftungstechnik hat sie ihr Netzwerk mit dem Unternehmen Gloor Planzer AG ausgebaut, welche spezialisiert ist auf Klima-, Kälte- und Lüftungsinstallationen für komplexe Gebäude. Damit wird das BKW Netzwerk gezielt ergänzt.

BKW Building Solutions ist zudem eine führende Anbieterin von Gesamtlösungen in der Elektrotechnik sowie der Gebäudeinformatik und -automation. Im Geschäftsjahr 2020 stösst die auf Automationslösungen spezialisierte Sigren Engineering AG zur BKW, womit ein wichtiger weiterer Schritt in den Wachstumsbereichen Smart Building und Smart Infrastructure erfolgt ist.

Die im Jahr 2019 übernommene swisspro Gruppe (rund 1 100 Mitarbeitende) hat sich 2020 trotz Corona sehr erfreulich entwickelt und massgeblich zum Umsatzwachstum beigetragen.

Nachhaltige Lösungen für eine lebenswerte Zukunft

Themen wie der Klimawandel, die Urbanisierung, der Verlust von Lebensräumen und globalisierte Geschäftsbeziehungen fordern uns als Gesellschaft heraus und verlangen weitsichtige Lösungen. Als internationale und zukunftsgerichtete Energie- und Infrastruktur-Dienstleisterin sieht die BKW in diesen Herausforderungen auch Chancen. Die Entwicklung zukunftsfähiger und nachhaltiger Lösungen für eine lebenswerte Zukunft ist ein Kernelement ihrer Strategie.

Energie, Infrastruktur und Ökologie sind seit jeher Kernthemen für die BKW. So investiert die BKW in eine erneuerbare intelligente Energieversorgung sowie in innovative Speicher- und Steuerungslösungen. Sie entwickelt Konzepte für die Gestaltung resilienter urbaner Räume und Infrastrukturen. Als Anbieterin von umfassenden Gebäudetechniklösungen realisiert sie intelligente und ressourcenschonende Lösungen in Gebäuden. Damit leistet sie einen wesentlichen Beitrag, um den CO2-Ausstoss zu verringern und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren oder gar zu eliminieren.

UN-Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung

Die BKW denkt ganzheitlich und ist sich ihrer Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung bewusst. Deshalb bekennt sie sich zu den Prinzipien des UN Global Compact und zu den Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals) der UN-Agenda 2030. Mit Blick auf ihre vielfältige Geschäftstätigkeit hat die BKW 10 von 17 Sustainable Development Goals (SDGs) identifiziert, bei denen sie am meisten Wirkung erzielen kann. Sie bilden die Basis ihrer Nachhaltigkeitsarbeit und sind die Grundlage ihres Green Bond Framework. 2019 hat die BKW unter diesem Framework erfolgreich den ersten Green Bond eines kotierten Schweizer Industrieunternehmens lanciert.

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Beitrag der BKW an die SDGs

Für das Geschäftsjahr 2021 fokussiert sich die BKW auf den messbaren Fortschritt von fünf SDGs, welche sie und die Gesellschaft aktuell am stärksten beschäftigen. Die andauernde Pandemie rückt das Thema Gesundheit ins Zentrum und beleuchtet Beiträge zum SDG 3. Die BKW hat sich im Zuge ihres 2019 lancierten ersten Green Bond ein Ausbauziel für erneuerbare Energien gesetzt (SDG 7). Ein weiteres relevantes Thema ist der Klimawandel, dessen Bekämpfung trotz aller aktuellen Entwicklungen nichts an Bedeutung eingebüsst hat (SDG 13). Ausserdem will die BKW mit dem Beitritt zum UN Global Compact ihr Engagement für menschenwürdige Arbeitsbedingungen und faires Verhalten entlang all ihrer Geschäftstätigkeiten stärken (SDGs 8 und 16). Mit der Selektion dieser Themen kommt sie auch den Forderungen des Gegenvorschlags des Bundesrats zur Konzernverantwortungsinitiative nach und kann diese zeitnah erfüllen. Für die fünf ausgewählten SDGs wird sie im laufenden Jahr Indikatoren, Ziele und Massnahmen definieren und ihre Fortschritte sowie Erfahrungen im Geschäftsbericht 2021 im Rahmen eines ESG-Reportings (Environmental, Social, Governance) vorstellen.

SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen

Die BKW operiert in anspruchsvollen Tätigkeitsfeldern, bei denen der Umgang mit Strom, Gefahrstoffen oder Arbeiten in Höhen zum Alltag gehören. Die Sicherheit und die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden haben daher oberste Priorität. Die Umsetzung von Massnahmen für die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz liegt bei den Verantwortlichen der einzelnen Firmen. Zusätzlich findet ein regelmässiger übergreifender Austausch statt. Das Ziel ist es, konkrete Ansatzpunkte für eine kontinuierliche Verbesserung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der BKW zu erreichen.

Die Bestrebungen in der Arbeitssicherheit werden ergänzt durch ein betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM). Dieses hat zum Ziel, die Mitarbeitenden mit einem vielfältigen Angebot in ihrer Gesundheitskompetenz zu stärken und gesunde Arbeitswelten zu fördern. Die BKW nimmt ihre soziale Verantwortung wahr und unterstützt kranke und verunfallte Mitarbeitende mit einem betrieblichen Case Management und Reintegrationsstellen.

Den besonderen Herausforderungen während der Pandemie begegnet die BKW mit unterstützenden Angeboten: So stehen den Mitarbeitenden eine externe betriebliche Sozialberatung sowie eine Beratungsstelle für Kinder- und Angehörigenbetreuung zur Verfügung. Die Erweiterung auf Online-Gesundheitsangebote ermöglicht es den Mitarbeitenden, auch im Homeoffice gesund und leistungsfähig zu bleiben. Die Weiterentwicklung hin zu einem zukunftweisenden BGM wurde damit initiiert und wird in den nächsten Jahren weiter intensiviert.

SDG 7 – Bezahlbare und saubere Energie

Der wachsende Bedarf nach elektrischer Energie erfordert einen Zubau an erneuerbaren Kapazitäten. Die BKW will diesen Zubau aktiv mitgestalten und damit die notwendige Transformation der Energieversorgung vorantreiben. Bis 2023 sollen 75 % der installierten Leistung des BKW Produktionsparks erneuerbar sein. Der Fortschrittsbericht zu diesem Ziel befindet sich im Green Bond Reporting auf Seite 115 des Geschäftsberichts.

Zudem investiert die BKW weiter in intelligente Netze und innovative Speicher- und Steuerungslösungen. Diese bilden die Basis für eine dezentrale erneuerbare Produktion und sind elementar für die Transformation ihrer Energieversorgung. Mit ihren umfassenden Gebäudetechniklösungen erhöht sie die Energieeffizienz, verringert den Energieverbrauch und leistet einen wesentlichen Beitrag, um die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern im Gebäude zu reduzieren oder gar zu eliminieren.

SDG 8 – Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

Der Lieferantenkodex der BKW verdeutlicht schon heute ihren Einsatz für verantwortungsvolles Unternehmertum und Ressourceneffizienz. Mit der 2020 gestarteten «Sustainable Supply Chain»-Initiative hat die BKW ihre Anstrengungen zur Einhaltung anerkannter ökologischer und sozialer Standards nochmals intensiviert. So hat sie die Lieferkette der BKW Gruppe einer umfassenden Analyse zur Identifikation von Nachhaltigkeitschancen und -risiken unterzogen. Relevante Lieferanten werden neu mittels eines professionellen Nachhaltigkeitsratings (EcoVadis) systematisch bewertet und die Zusammenarbeit auf dieser Basis weiterentwickelt. Anhand neu definierter Kennzahlen wird die BKW die Entwicklung hin zu einer nachhaltigen Lieferkette transparent messen, aktiv steuern und darüber berichten.

SDG 13 – Massnahmen zum Klimaschutz

Der Klimaschutz ist ein zentrales Element in der Strategie der BKW. Als Anbieterin von umfassenden Energie- und Infrastrukturlösungen leistet sie einen wesentlichen Beitrag, um den CO2-Ausstoss zu verringern. Einen weiteren strategischen Schwerpunkt hat sie im Bereich der energie- und ressourceneffizienten Gebäudeplanung. Dabei setzt sie auf höchste Standards für ökologisches Bauen und moderne urbane Räume. Ein Beispiel dafür ist das Konzept supergreen® von ingenhoven architects, einem Unternehmen von BKW Engineering, das diesen umfassend verstandenen Nachhaltigkeitsansatz in der Architektur widerspiegelt. Zudem hilft die BKW, die Resilienz von Lebensräumen und Infrastrukturen gegenüber den Folgen des Klimawandels zu stärken. Über ihre relevanten Treibhausgasemissionen und davon abgeleitete Reduktionsmassnahmen wird sie erstmals im Geschäftsbericht 2021 im Rahmen des ESG-Reportings informieren.

SDG16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen

Die BKW setzt sich ein für ein faires und diskriminierungsfreies Geschäftsverhalten und begegnet anderen wertschätzend und respektvoll. Anfang 2021 ist die BKW dem UN Global Compact beigetreten. Damit manifestiert sie ihr Bestreben, verantwortungsbewusst und in Übereinstimmung mit den Nachhaltigkeitsprinzipien zu handeln. So wird sie auch die Forderungen des Gegenvorschlags des Bundesrats zur Konzernverantwortung vorzeitig erfüllen. Verstösse wie Korruption, Menschenrechtsverletzungen, Datenmissbrauch oder fahrlässiger Umgang mit der Umwelt widersprechen den Grundsätzen und dem Verhaltenskodex des Unternehmens. Sollten Mitarbeitende oder Lieferanten Zuwiderhandlungen beobachten oder davon erfahren, können sie sich an ein vertrauliches Compliance-Hinweisgebersystem wenden. Im Geschäftsjahr 2021 wird die BKW ihre Konzepte für die Berücksichtigung dieser wichtigen Themen weiter schärfen und auf ihre Wirksamkeit überprüfen.

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