Anhang zur Halbjahresrechnung

1 Geschäftstätigkeit

Die BKW AG, Bern (CH), zusammen mit ihren Konzerngesellschaften (nachfolgend als BKW oder BKW Gruppe bezeichnet), ist ein international tätiges Energie- und Infrastrukturunternehmen. Dank ihrem Netzwerk von Firmen und Kompetenzen bietet sie ihren Kundinnen und Kunden umfassende Gesamtlösungen an. So plant, baut und betreibt sie Energieproduktions- und Versor­gungsinfrastrukturen für Unternehmen, Private sowie die öffentliche Hand und bietet digitale Geschäftsmodelle für erneuerbare Energien an. Das Dienstleistungsportfolio der BKW Gruppe reicht von der Planung und Beratung im Engineering für Energie-, Infrastruktur- und Umwelt­projekte über integrierte Angebote im Bereich der Gebäudetechnik bis zum Bau, Service und Unterhalt von Energie-, Telekommunikations-, Verkehrs- und Wassernetzen.

2 Grundsätze der Rechnungslegung

2.1 Allgemeine Grundsätze

Die ungeprüfte konsolidierte Halbjahresrechnung per 30. Juni 2019 wurde in Übereinstimmung mit dem International Accounting Standard zur Zwischenberichterstattung (IAS 34) erstellt und sollte in Verbindung mit der Konzernrechnung per 31. Dezember 2018 gelesen werden. Die Rechnungslegung dieser Halbjahresrechnung basiert auf den im Finanzbericht 2018 beschriebenen Grundsätzen (Seiten 23 bis 41). Die konsolidierte Halbjahresrechnung per 30. Juni 2019 wurde am 29. August 2019 vom Verwaltungsrat der BKW AG genehmigt und zur Veröffentlichung freigegeben.

Die Erstellung dieses Halbjahresberichts erforderte Annahmen und Schätzungen. Die tatsächlich erzielten Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen.

2.2 Anwendung von neuen Standards und Interpretationen

Ab dem 1. Januar 2019 wendet die BKW verschiedene neue und geänderte Standards und Interpretationen an, welche mit Ausnahme der in Anmerkung 3 dargestellten Änderungen zum neuen Leasingstandard IFRS 16 keinen wesentlichen Einfluss auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage der BKW haben.

2.3 Zukünftige Anwendung von neuen Standards und Interpretationen

Am Bilanzstichtag waren die folgenden neuen und geänderten Standards und Interpretationen ­veröffentlicht, die jedoch erst für spätere Geschäftsjahre anzuwenden sind. Die BKW plant, die Änderungen ab dem jeweiligen Zeitpunkt der Inkraftsetzung anzuwenden (Inkrafttreten für Geschäftsjahre, die am oder nach dem in Klammern angegebenen Datum beginnen):

Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzernrechnung der BKW erwartet.

2.4 Fremdwährungskurse

Die Berichtswährung ist der Schweizer Franken (CHF). Die für die Konzernrechnung massgebenden Währungsumrechnungskurse gegenüber dem Schweizer Franken betrugen:

Stichtag 31.12.2018

Stichtag 30.06.2019

Durchschnitt 1. Halbjahr 2018

Durchschnitt 1. Halbjahr 2019

EUR/CHF

1.1269

1.1105

1.1698

1.1296

3 Änderungen von Rechnungslegungsgrundsätzen

Die erstmalige Anwendung von IFRS 16 hatte wesentliche Auswirkungen auf die konsolidierte Halbjahresrechnung. Nachfolgend werden die Auswirkungen von IFRS 16 detailliert erläutert und die ab dem 1. Januar 2019 neuen oder zur bisherigen Anwendung abweichenden Bilanzierungs- und Bewertungs­grundsätze beschrieben.

IFRS 16 – «Leasingverhältnisse»

IFRS 16 ändert die Vorschriften zur Bilanzierung von Leasingverhältnissen und ersetzt den bis­herigen Standard IAS 17 sowie die zugehörigen Interpretationen. Für den Leasingnehmer sieht der Standard ein einziges Bilanzierungsmodell vor, welches dazu führt, dass nahezu sämtliche Vermögenswerte (Nutzungsrecht am Leasinggegenstand) und Verbindlichkeiten aus Leasingvereinbarungen in der Bilanz erfasst werden. Die Unterscheidung zwischen Operating- und Finan­zierungs-Leasingverhältnissen entfällt für den Leasingnehmer. Das Nutzungsrecht wird linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Laufzeit des Leasingvertrags und wirtschaftlicher ­Nutzungsdauer des Leasinggegenstands abgeschrieben. Die Leasingverbindlichkeit wird unter Anwendung der Effektivzinsmethode und Berücksichtigung der Leasingzahlungen fortgeschrieben. Die Abzinsung der Leasingverbindlichkeit wird grundsätzlich unter Anwendung laufzeit- und ­länderspezifischer Grenzfremdkapitalzinssätze ermittelt, es sei denn, der den Leasingzahlungen zugrunde liegende Zinssatz ist verfügbar. In der Geldflussrechnung reduziert der Amortisationsanteil aus den neu bilanzierten Leasingverhältnissen den Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit.Bisher reduzierten Leasingzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen den Geldfluss aus betrieblicher Tätigkeit. Die Zinszahlungen werden weiterhin als Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

Die Leasinggeberbilanzierung entspricht im Wesentlichen den ehemaligen Vorschriften des IAS 17. Die Klassifizierung in Operating- und Finanzierungs-Leasingverhältnisse erfolgt beim Leasing­geber weiterhin auf Grundlage der Verteilung der Chancen und Risiken aus dem Ver­mögenswert.

Die erstmalige Anwendung von IFRS 16 erfolgte in Übereinstimmung mit den Übergangsvorschriften nach dem modifizierten retrospektiven Ansatz. Die Vergleichszahlen für das Geschäftsjahr 2018 wurden nicht angepasst.

Unter Anwendung des vom Standard vorgesehenen Wahlrechts wurde für Leasingverträge, die vor dem Übergangszeitpunkt abgeschlossen wurden, nicht neu überprüft, ob ein Vertrag zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung ein Leasingverhältnis ist oder enthält, sondern die bisherige unter IAS 17 und IFRIC 4 getroffene Einschätzung beibehalten. Weiter hat die BKW von den Anwendungserleichterungen betreffend kurzfristige und geringwertige Leasingverhältnisse Gebrauch gemacht. Zahlungen aufgrund von Leasingvereinbarungen mit einer Laufzeit von nicht mehr als zwölf Monaten sowie Leasingvereinbarungen, bei denen der dem Leasingvertrag zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert ist, werden dem Wahlrecht entsprechend linear über die Laufzeit der Leasingvereinbarung aufwandswirksam erfasst. Im Zeitpunkt der Erstanwendung wurden Leasingverträge, deren Laufzeit vor dem 1. Januar 2020 endet, unabhängig vom Startdatum des Leasingvertrags als kurzfristige Leasingverhältnisse klassifiziert.

Im Rahmen der Umstellung auf IFRS 16 wurden per 1. Januar 2019 Vermögenswerte für die Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen in Höhe von 139.7 Mio. CHF (Bilanzposition «Sach­anlagen») und Leasingverbindlichkeiten (Bilanzposition «Finanzverbindlichkeiten») in gleicher Höhe erfasst. Die Umstellung hatte keine Auswirkungen auf das Eigenkapital per 1. Januar 2019.

Ausgehend von den operativen Leasingverpflichtungen zum 31. Dezember 2018 ergibt sich ­folgende Überleitung auf den Eröffnungsbilanzwert der Leasingverbindlichkeiten zum 1. Januar 2019:

Mio. CHF

Operative Leasingverpflichtungen zum 31.12.2018

82.0

Mindestleasingzahlungen (Nominalwert) der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing zum 31.12.2018

36.6

Anwendungserleichterung für kurzfristige Leasingverhältnisse

– 2.0

Anwendungserleichterung für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte

– 1.5

Hinreichend sichere Verlängerungs- und Kündigungsoptionen

79.1

Nominalwert der Leasingverbindlichkeiten zum 01.01.2019

194.2

Abzinsung

– 24.1

Barwert der Leasingverbindlichkeiten zum 01.01.2019

170.1

Barwert der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing zum 31.12.2018

– 30.4

Zusätzlich bilanzierte Leasingverbindlichkeiten durch Erstanwendung von IFRS 16 zum 01.01.2019

139.7

Die zusätzlich bilanzierten Leasingverbindlichkeiten wurden unter Verwendung des Grenzfremdkapitalzinssatzes zum 1. Januar 2019 abgezinst. Der gewichtete durchschnittliche Zinssatz betrug 2.3 %.

Die Zahlungen aus den bisherigen Operating-Leasingverhältnissen werden nicht mehr in der ­Position «Sons­tiger Betriebsaufwand» erfasst. Dies führte in der Erfolgsrechnung zu einer Entlastung des Betriebsergebnisses vor Abschreibungen und Wertminderungen in Höhe von 12.1 Mio. CHF. Demgegenüber stehen Abschreibungen auf den neu angesetzten Nutzungsrechten in ähnlicher Höhe, weshalb auf Stufe Betriebsergebnis nur ein geringfügiger Effekt resultiert.

Zum 30. Juni 2019 bestanden in der Bilanz folgende Nutzungsrechte und Finanzverbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen:

Mio. CHF

30.06.2019

Sachanlagen

Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen

Kraftwerksanlagen

64.6

Verteilanlagen

5.3

Gebäude und Grundstücke

124.7

davon Grundstückspacht für Windparks

40.7

übrige Sachanlagen

4.2

Total

198.8

Finanzverbindlichkeiten

Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten

27.9

Langfristige Leasingverbindlichkeiten

133.0

Total

160.9

4 Unternehmenszusammenschlüsse

Unternehmenszusammenschlüsse 1. Halbjahr 2019

Mio. CHF

Diverse

Flüssige Mittel

5.8

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

7.7

Sonstiges Umlaufvermögen

5.9

Finanzanlagen

1.6

Sachanlagen

7.3

Immaterielle Vermögenswerte

5.1

Latente Steuerguthaben

0.4

Kurzfristige Verbindlichkeiten

– 10.7

Langfristige Finanzverbindlichkeiten

– 4.9

Langfristige Rückstellungen

– 0.4

Latente Steuerverbindlichkeiten

– 1.5

Personalvorsorgeverpflichtungen

– 5.2

Beizulegender Zeitwert der erworbenen Nettoaktiven

11.0

Goodwill

31.3

Kaufpreis

42.3

Erworbene Flüssige Mittel

– 5.8

Aufgeschobene bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten

– 8.3

Aufgeschobene unbedingte Kaufpreisverbindlichkeiten

– 3.2

Geldabfluss

25.0

Bei den dargestellten Transaktionen handelt es sich um provisorische Werte, da die Kaufpreis­allokationen noch nicht vollständig abgeschlossen sind.

Im ersten Halbjahr 2019 hat die BKW die im Folgenden aufgeführten Unternehmenserwerbe getätigt. Sämtliche übernommenen Gesellschaften sind dem Segment Dienstleistungen zugeordnet. Aufgrund der Anzahl der Akquisitionen, ihrer finanziellen Eckwerte und der Zuordnung zum gleichen Segment werden summierte Zahlen ausgewiesen und auf eine separate Darstellung einzelner Unternehmenszusammenschlüsse verzichtet.

Die BKW hat im Bereich Engineering in Deutschland jeweils 100 % der Anteile an der Institut Gauer GmbH und der Dr.-Ing. Gauer Ingenieurgesellschaft mbH sowie jeweils 100 % der Anteile an der KMT Planungsgesellschaft mbH und der KMT Port Consult GmbH erworben. Weiter wurde die Hascher Jehle Architektur übernommen.

Im Bereich Building Solutions wurden in der Schweiz jeweils 100 % der Anteile der WAB Technique S.à.r.l., Jaggi & Rieder AG, TECPLAN AG, Hensel AG Elektrotechnische Unternehmungen und ASAG Air System AG erworben.

Aus den Transaktionen resultierte insgesamt ein Goodwill von 31.3 Mio. CHF. Die wesentlichen Gründe für den Goodwill sind die künftig erwarteten Synergien sowie die Übernahme von quali­fizierten Mitarbeitenden. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalten keine wesentlichen Wertberichtigungen.

Die per Akquisitionszeitpunkt erfassten bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten werden in ­Abhängigkeit der künf­tigen wirtschaftlichen Entwicklung der Unternehmen fällig. Es fielen Transaktionskosten in der Höhe von 0.5 Mio. CHF an.

Wäre der Erwerb der Unternehmen bereits per 1. Januar 2019 erfolgt, so wäre die Gesamt­leistung des ersten Halbjahres 2019 um 11.1 Mio. CHF und der Reingewinn um 0.2 Mio. CHF höher gewesen. ­

Zwischen dem Zeitpunkt der Vollkonsolidierung der einzelnen Unternehmen und dem 30. Juni 2019 erzielten die erworbenen Unternehmen eine Gesamtleistung von kumulativ 10.4 Mio. CHF und ­insgesamt einen Reingewinn von 0.4 Mio. CHF.

Für Akquisitionen der Vorjahre wurden im ersten Halbjahr 2019 Zahlungen von 10.1 Mio. CHF für bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten und 3.1 Mio. CHF für unbedingte Kaufpreisverbindlichkeiten geleistet.

Unternehmenszusammenschlüsse 1. Halbjahr 2018

Mio. CHF

Diverse

Flüssige Mittel

5.4

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

5.4

Sonstiges Umlaufvermögen

5.8

Finanzanlagen

0.2

Sachanlagen

1.6

Immaterielle Vermögenswerte

16.1

Latente Steuerguthaben

0.0

Kurzfristige Verbindlichkeiten

– 7.2

Langfristige Finanzverbindlichkeiten

– 0.4

Langfristige Rückstellungen

– 0.5

Latente Steuerverbindlichkeiten

– 3.1

Personalvorsorgeverbindlichkeiten

– 1.8

Sonstige langfristige Verbindlichkeiten

0.0

Beizulegender Zeitwert der erworbenen Nettoaktiven

21.5

Nicht beherrschende Anteile

– 0.1

Beizulegender Zeitwert der bereits gehaltenen Anteile

0.0

Goodwill

41.8

Kaufpreis

63.2

Erworbene flüssige Mittel

– 5.4

Aufgeschobene bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten

– 13.4

Aufgeschobene unbedingte Kaufpreisverbindlichkeiten

– 3.8

Geldabfluss

40.6

Bei allen dargestellten Transaktionen handelte es sich im Vorjahr um provisorische Werte, da die Kaufpreisallokationen noch nicht vollständig abgeschlossen waren. Die Kaufpreisallokationen sind inzwischen definitiv und führten nur zu geringfügig abweichenden Werten.

Im ersten Halbjahr 2018 hatte die BKW die im Folgenden aufgeführten Unternehmenserwerbe getätigt. Sämtliche übernommenen Gesellschaften sind dem Segment Dienstleistungen zugeordnet. Aufgrund der Anzahl der Akquisitionen, ihrer finanziellen Eckwerte und der Zuordnung zum gleichen Segment wurden summierte Zahlen ausgewiesen und auf eine separate Darstellung einzelner Unternehmenszusammenschlüsse verzichtet.

Die BKW hatte im Bereich Infrastruktur-Engineering in Deutschland jeweils 90 % der Anteile an der Michael Thillmann GmbH und der KHP Architekten Planungsgesellschaft mbH sowie jeweils 100 % der Anteile an den Gesellschaften Kulla, Herr + Partner GbR, WALD + CORBE GmbH & Co. KG, WALD + CORBE Consulting GmbH und WALD + CORBE Infrastrukturplanung GmbH erworben. Weiter wurde die Podufal-Wiehofsky Architektin und beratender Ingenieur PartmbB übernommen.

Im Bereich Gebäudetechnik wurden in der Schweiz die Elektroinstallationsunternehmen Michel Rime AG, Elektro Winter AG und Werner Electro AG akquiriert.

Die deutsche TSS Technischer Strahlenschutz e. K. wurde erworben und in die DfN Dienstleistungen für Nukleartechnik GmbH integriert.

Aus den Transaktionen resultierte insgesamt ein Goodwill von 41.8 Mio. CHF. Die wesentlichen Gründe für den Goodwill sind die künftig erwarteten Synergien sowie die Übernahme von quali­fizierten Mitarbeitenden. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalteten keine wesentlichen Wertberichtigungen.

Die per Akquisitionszeitpunkt erfassten bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten werden in Abhängigkeit der künf­tigen wirtschaftlichen Entwicklung der Unternehmen fällig. Es fielen Transaktions­kosten in der Höhe von 0.5 Mio. CHF an.

Wäre der Erwerb der Unternehmen bereits per 1. Januar 2018 erfolgt, so wäre die Gesamtleistung des ersten Halbjahres 2018 um 6.3 Mio. CHF und der Reingewinn um 1.3 Mio. CHF höher gewesen. ­Zwischen dem Zeitpunkt der Vollkonsolidierung der einzelnen Unternehmen und dem 30. Juni 2018 erzielten die erworbenen Unternehmen eine Gesamtleistung von kumulativ 14.2 Mio. CHF und ­insgesamt einen Reingewinn von 0.5 Mio. CHF.

Für Akquisitionen der Vorjahre wurden im ersten Halbjahr 2018 Zahlungen von 3.6 Mio. CHF für bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten und 4.6 Mio. CHF für unbedingte Kaufpreisverbindlichkeiten geleistet.

5 Saisonalität und unterjährige Schwankung im Geschäftsgang

Die unterjährige Umsatzentwicklung des Dienstleistungsgeschäfts unterliegt erfahrungsgemäss saisonalen Schwankungen. Normalerweise sind die Geschäftsaktivitäten im zweiten Halbjahr höher als im ersten Halbjahr.

6 Segmentberichterstattung

Die Definition von Segmenten und Segmentergebnissen erfolgt auf der Grundlage der unterneh­merischen Führung. Entsprechend der Strategie erfolgt die Berichterstattung der BKW nach den Geschäftsfeldern Energie, Netze und Dienstleistungen.

Die BKW verfügt über folgende drei berichtspflichtige Geschäftssegmente:

Die Spalte «Übriges» enthält Bereiche, die im Konzern zentral gesteuert werden. Dies sind vor allem zentrale Dienste, Immobilien, Fahrzeugmanagement und Beschaffung. Kosten, welche im Zusammenhang mit dem Aufbau der Geschäftsfelder ­anfallen (Akquisitions-/Integrationskosten, Technolo­gieentwicklungskosten usw.), werden zum Teil zentral getragen.

Die Ermittlung der Segmentzahlen erfolgt nach den gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen, wie sie für die Darstellung der auf Gruppenstufe konsolidierten Zahlen angewendet werden. Die Preise konzerninterner Transaktionen richten sich nach dem Marktpreis zum Zeitpunkt des Geschäftsabschlusses.

Informationen nach Geschäftssegmenten

1. Halbjahr 2019 Mio. CHF

Energie

Netze

Dienst- leistungen

Übriges

Konsoli- dierung

Total

Aussenumsatz

658.6

261.5

425.0

10.0

15.1

1 370.2

Nettoumsatz

639.3

244.1

416.3

0.1

1 299.8

Aktivierte Eigenleistungen

2.5

15.6

0.1

0.6

15.1

33.9

Sonstige betriebliche Erträge

16.8

1.8

8.6

9.3

0.0

36.5

Innenumsatz

13.7

3.8

50.0

69.0

– 136.5

0.0

Nettoumsatz

8.5

0.4

41.4

– 50.3

0.0

Sonstige betriebliche Erträge

5.2

3.4

8.6

69.0

– 86.2

0.0

Gesamtleistung

672.3

265.3

475.0

79.0

– 121.4

1 370.2

Betriebsaufwand

– 522.7

– 144.8

– 429.5

– 88.9

119.0

– 1 066.9

Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Wertminderungen

149.6

120.5

45.5

– 9.9

– 2.4

303.3

Abschreibungen und Wertminderungen

– 51.1

– 40.8

– 21.6

– 11.5

1.4

– 123.6

Ergebnis aus Assoziierten

16.0

11.6

0.0

0.1

27.7

Betriebsergebnis

114.5

91.3

23.9

– 21.3

– 1.0

207.4

Finanzergebnis

41.5

Ergebnis vor Ertragssteuern

248.9

Schweiz

Ausland

Schweiz

Ausland

Mio. CHF

1. Halbjahr 2018

1. Halbjahr 2018

1. Halbjahr 2019

1. Halbjahr 2019

Energie

396.4

230.0

364.2

275.1

Netze

250.7

0.0

244.1

0.0

Dienstleistungen

258.2

81.8

295.9

120.4

Übriges

0.4

0.0

0.1

0.0

Total Nettoumsatz

905.7

311.8

904.3

395.5

1. Halbjahr 2018 Mio. CHF

Energie

Netze

Dienst- leistungen

Übriges

Konsoli- dierung

Total

Aussenumsatz

633.2

269.7

350.5

14.0

13.8

1 281.2

Nettoumsatz

626.4

250.7

340.0

0.4

1 217.5

Aktivierte Eigenleistungen

1.2

15.4

1.3

13.8

31.7

Sonstige betriebliche Erträge

5.6

3.6

10.5

12.3

32.0

Innenumsatz

14.1

9.5

44.5

59.5

– 127.6

0.0

Nettoumsatz

7.6

0.5

39.1

– 47.2

0.0

Sonstige betriebliche Erträge

6.5

9.0

5.4

59.5

– 80.4

0.0

Gesamtleistung

647.3

279.2

395.0

73.5

– 113.8

1 281.2

Betriebsaufwand

– 553.2

– 146.5

– 364.6

– 31.4

111.5

– 984.2

Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Wertminderungen

94.1

132.7

30.4

42.1

– 2.3

297.0

Abschreibungen und Wertminderungen

– 38.7

– 42.1

– 11.9

– 9.1

1.3

– 100.5

Ergebnis aus Assoziierten

16.8

11.7

– 1.4

27.1

Betriebsergebnis

72.2

102.3

18.5

31.6

– 1.0

223.6

Finanzergebnis

– 56.1

Ergebnis vor Ertragssteuern

167.5

7 Energiebeschaffung/-transporte

Mio. CHF

1. Halbjahr 2018

1. Halbjahr 2019

Energiebeschaffungskosten von Dritten und Assoziierten

423.3

394.3

Rückstellung für belastende Energiebeschaffungsverträge

Verwendung

– 19.9

– 17.9

Bildung

0.0

0.0

Auflösung

– 3.9

– 3.9

Total Energiebeschaffungsaufwand

399.5

372.5

Aufwand Energietransporte

51.3

52.1

Total

450.8

424.6

8 Finanzergebnis

Mio. CHF

1. Halbjahr 2018

1. Halbjahr 2019

Zinsertrag

3.1

3.1

Dividendenertrag

0.1

0.1

Wertänderung auf staatlichen Fonds

0.0

94.4

Gewinn aus Veräusserung von Finanzanlagen

0.0

0.5

Nettogewinne auf erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

0.0

0.7

Währungsumrechnung

1.4

0.0

Übriger Finanzertrag

1.5

0.8

Finanzertrag

6.1

99.6

Zinsaufwand

– 24.9

– 24.0

Aufzinsung Rückstellungen

– 31.6

– 30.8

Wertänderung auf staatlichen Fonds

– 2.3

0.0

Verlust aus Veräusserung von Finanzanlagen

– 0.5

– 0.1

Nettoverluste auf erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

– 0.8

0.0

Währungsumrechnung

0.0

– 0.7

Übriger Finanzaufwand

– 2.1

– 2.5

Finanzaufwand

– 62.2

– 58.1

Finanzergebnis

– 56.1

41.5

9 Dividende

Gemäss Beschluss der Generalversammlung der BKW AG vom 24. Mai 2019 wurde für das Geschäftsjahr 2018 eine Dividende von CHF 1.80 (Vorjahr CHF 1.80) pro Aktie ausbezahlt.

10 Personalvorsorge

Die überwiegende Mehrheit der in der Schweiz tätigen Mitarbeitenden der BKW Gruppe ist bei der Pensionskasse der Bernischen Kraftwerke versichert. Ende April 2018 hatte der Stiftungsrat der ­Pensionskasse mit Blick auf die Stärkung und Verbesserung der langfristigen finanziellen Stabilität einen Primatwechsel beschlossen. Das bestehende Leistungsprimat wurde per 1. Januar 2019 in ein Beitragsprimat nach schweizerischem Gesetz über die berufliche Vorsorge (BVG) umgewandelt.

Die Umwandlung führte in der Halbjahresrechnung 2018 zu einem einmaligen, nicht geldwirksamen Sondereffekt in der Höhe von 52.4 Mio. CHF. Um diesen Betrag fiel der Betriebsaufwand des ­ersten Halbjahres 2018 tiefer aus. Grund für den Einmaleffekt war die neu nach dem Beitrags­primat ermittelte Vorsorgeverpflichtung, die systembedingt tiefer ausfällt als bei einem Leistungsprimat. Der laufende Dienstzeitaufwand fällt ab 2019 infolge des Primatwechsels gering­fügig tiefer aus als bisher.

11 Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden hin­sicht­lich des Bewertungsverfahrens in verschiedene Hierarchiestufen eingeteilt. Die Zuteilung basiert auf den im Finanzbericht 2018 auf Seite 86 beschriebenen Grundsätzen, welche unverändert gültig sind. In der Berichtsperiode wie auch in der Vergleichsperiode haben keine Transfers zwischen den Stufen stattgefunden.

Mio. CHF

Buchwert 30.06.2019

Stufe 1

Stufe 2

Stufe 3

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte

Kurzfristige Finanzanlagen

Schuldinstrumente

73.6

43.8

29.8

Vorräte

Zertifikate (Eigenhandel)

13.7

13.7

Derivate (kurz- und langfristig)

149.6

149.6

Langfristige Finanzanlagen

Forderungen gegenüber staatlichen Fonds

1 250.5

1 250.5

Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im Sonstigen Ergebnis bewertete Vermögenswerte

Langfristige Finanzanlagen

Eigenkapitalinstrumente

7.3

7.3

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten

Derivate (kurz- und langfristig)

144.9

144.9

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten

53.2

53.2

Verbindlichkeiten gegenüber nicht beherrschenden Anteilen

6.5

6.5

Zusätzlich sind per 30. Juni 2019 in den Verbindlichkeiten Obligationenanleihen im Betrag von 110.2 Mio. CHF (31. Dezember 2018: 111.8 Mio. CHF) als Teil einer Fair-Value-Hedge-Beziehung (Stufe 2) zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Mio. CHF

Buchwert 31.12.2018

Stufe 1

Stufe 2

Stufe 3

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte

Kurzfristige Finanzanlagen

Schuldinstrumente

136.9

106.9

30.0

Vorräte

Zertifikate (Eigenhandel)

0.7

0.7

Derivate (kurz- und langfristig)

233.1

233.1

Langfristige Finanzanlagen

Forderungen gegenüber staatlichen Fonds

1 169.8

1 169.8

Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im Sonstigen Ergebnis bewertete Vermögenswerte

Langfristige Finanzanlagen

Eigenkapitalinstrumente

7.4

7.4

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten

Derivate (kurz- und langfristig)

245.4

245.4

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten

56.8

56.8

Verbindlichkeiten gegenüber nicht beherrschenden Anteilen

8.1

8.1

Die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Stufe 3 haben sich im ersten Halbjahr 2019 wie folgt entwickelt:

Eigenkapitalinstrumente

Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten

Verbindlichkeiten gegenüber nicht beherrschenden Anteilen

Mio. CHF

1. Halbjahr 2018

1. Halbjahr 2019

1. Halbjahr 2018

1. Halbjahr 2019

1. Halbjahr 2018

1. Halbjahr 2019

Bestand am 01.01.

8.6

7.4

41.4

56.8

11.7

8.1

Zugänge

0.1

0.2

13.4

8.3

Abgänge

0.0

– 0.3

– 3.6

– 8.8

– 1.5

Wertänderungen

Realisierung in Erfolgsrechnung

– 6.7

– 2.6

Im Sonstigen Ergebnis erfasste Wertänderung

– 0.4

0.0

– 0.2

– 0.5

0.0

– 0.1

Bestand am 30.06.

8.3

7.3

44.3

53.2

11.7

6.5

12 Zum fortgeführten Anschaffungswert bilanzierte finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte entsprechen näherungsweise den beizulegenden Zeitwerten.

Infolge kurzer Restlaufzeiten entsprechen die Buchwerte der finanziellen Verbindlichkeiten zum fort­geführten Anschaffungswert näherungsweise den beizulegenden Zeitwerten. Eine ­Differenz zwischen diesen Werten besteht bei den in den Finanzverbindlichkeiten enthaltenen Obligationen­anleihen. Der Börsenkurs der Anleihen (Fair-Value-Hierarchiestufe 1) betrug per Stichtag 1 140.4 Mio. CHF, der Buchwert 1 042.5 Mio. CHF. Am 31. Dezember 2018 betrug der ­entsprechende Börsenkurs 1 118.9 Mio. CHF, der Buchwert 1 043.4 Mio. CHF.

13 Zusätzliche Angaben zur Geldflussrechnung

Mio. CHF

31.12.2018

30.06.2019

Bankguthaben und Kassabestände

602.9

699.6

Terminguthaben

214.5

99.9

Total Flüssige Mittel

817.4

799.5

Mio. CHF

30.06.2018

30.06.2019

Abschreibungen und Wertminderungen

100.5

123.6

Ergebnis aus Assoziierten

– 27.1

– 27.7

Finanzergebnis

56.1

– 41.5

Gewinne/Verluste aus Verkauf von Anlagevermögen

– 5.3

1.6

Veränderung langfristige Rückstellungen (ohne Verzinsung und ohne Verwendung nukleare Rückstellungen)

– 23.8

– 21.2

Auflösungsraten abgetretener Nutzungsrechte

– 5.4

– 5.9

Veränderung aus Bewertung von Energiederivaten

9.4

– 17.8

Andere nicht geldwirksame Positionen

– 53.2

8.3

Total Berichtigung für nicht geldwirksame Transaktionen

51.2

19.4

Zwischentotal «Geldfluss aus betrieblicher Tätigkeit vor Verwendung nukleare Rückstellungen»

Um eine bessere Interpretierbarkeit und Vergleichbarkeit des effektiven operativen Geldflusses zu gewährleisten, wird im «Geldfluss aus betrieblicher Tätigkeit» neu ein Zwischentotal des Geldflusses vor Verwendung der Rückstellungen für nukleare Stilllegung und Entsorgung ausgewiesen.

Hintergrund ist, dass im Zusammenhang mit der Ausserbetriebnahme des Kernkraftwerks Mühle­berg bereits jetzt, aber insbesondere auch zukünftig Kosten für die nukleare Stilllegung und Entsorgung anfallen. Diese Kosten stellen Verwendungen von bestehenden Rückstellungen dar und belasten somit den gemäss IAS 7 ermittelten «Geldfluss aus betrieblicher Tätigkeit». Der nukleare Rückbau steht jedoch nicht im Zusammenhang mit der eigentlichen operativen Leistung der BKW und der ausgewiesene «Geldfluss aus betrieblicher Tätigkeit» ist daher keine passende Grösse, um die operative Cash-Generierung zu beurteilen.

Zudem wird der Grossteil der Kosten für die nukleare Stilllegung und Entsorgung durch die staatlich geführten Stilllegungs- und Entsorgungsfonds getragen. Die BKW hat entsprechend einen Anspruch auf Rückerstattung der angefallenen Kosten, wobei Kostenanfall und Rückerstattung jedoch zeitlich auseinanderfallen. Sowohl die Einzahlungen in als auch Rückerstattungen aus den staatlichen Fonds sind in der Geldflussrechnung als Teil des «Geldfluss aus Investitionstätigkeit» zu klassieren. Damit besteht eine Diskrepanz im Ausweis dieser direkt miteinander im Zusammen­hang stehenden Geldflüsse. Für eine adäquate Interpretation der Geldflüsse sollten die entsprechenden, einzeln in der Geldflussrechnung dargestellten Positionen gemeinsam betrachtet werden. Neu werden daher die Rückstellungsverwendungen mit und ohne Rückerstattungsanspruch im «Geldfluss aus betrieblicher Tätigkeit» separat ausgewiesen.

14 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Green Bond

Im Juli hat die BKW als erstes börsenkotiertes Schweizer Unternehmen einen Green Bond lanciert. Die grüne Anleihe stiess auf grosses Interesse der Investoren und war mehrfach überzeichnet. Der festverzinsliche, vorrangige Green Bond über 200 Mio. CHF hat einen Coupon von 0.25 % und eine Laufzeit von acht Jahren. Die Liberierung der Anleihe erfolgte am 29. Juli 2019. Die BKW refinanziert damit den Bau verschiedener Schweizer Kleinwasserkraftwerke sowie Windanlagen in Norwegen und Frankreich. Die Anleihe ist an der SIX Swiss Exchange kotiert.

Zum gleichen Zeitpunkt wurde die 3.375 %-Obligationenanleihe über 350 Mio. CHF fällig und zurückbezahlt.

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