Finanzielles Ergebnis

Ausgezeichnetes Halbjahresergebnis

Im durch die Corona-Pandemie herausfordernden ersten Semester 2020 steigert die BKW ihren Umsatz und auch ihr Betriebsergebnis (EBIT). Das wiederum markante Wachstum des Dienstleistungsgeschäfts sowie der erstmals positiv wirkende Preisanstieg im Energiegeschäft sind die Haupttreiber des Umsatzanstiegs um 12% auf 1.5 Mrd. CHF. Die höheren Strompreise und das erneut hervorragende Handelsergebnis lassen den EBIT gegenüber dem Vorjahr um 5% auf 219 Mio. CHF ansteigen. Im Gegensatz zum ersten Halbjahr 2019 ist allerdings die Performance der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds negativ gewesen, was den Reingewinn massgeblich belastet hat. Der Reingewinn beläuft sich auf 112 Mio. CHF.

Hervorragender EBIT dank starkem Handelsgeschäft und höheren Strompreisen

Die BKW erzielte im ersten Halbjahr 2020 einen EBIT von 219 Mio. CHF und liegt damit nochmals um 5% über dem bisherigen Zehn-Jahres-Spitzenwert des Vorjahres (207 Mio. CHF). Positive Strompreiseffekte und das wiederum ausgezeichnete Handelsergebnis können den coronabedingt tieferen Stromabsatz überkompensieren. Die Ergebnisbeiträge des Netzes und der Dienstleistungen bewegen sich auf Vorjahresniveau. Das Dienstleistungsgeschäft erwies sich in der Coronakrise als sehr robust und konnte sowohl im organischen wie auch im akquisitorischen Geschäft im positiven Gewinnbereich gehalten werden.

Demgegenüber war die Entwicklung an den Kapitalmärkten aufgrund der Corona-Unsicherheiten ausgeprägt negativ. Entsprechend belastet die negative Performance der Anlagen in den Stilllegungs- und Entsorgungsfonds den Reingewinn. Dieser beläuft sich auf 112 Mio. CHF und liegt damit um rund 90 Mio. CHF unter dem Vorjahr, in welchem die Fonds eine sehr hohe Rendite erzielt hatten. Bereinigt um die Renditen der Fonds ergibt sich eine Steigerung des Reingewinns um 22%.

Mio. CHF

1. Halbjahr 2019

1. Halbjahr 2020

Veränderung in %

Umsatz

1 370.2

1 529.8

12% 

Energiebeschaffung/-transporte

– 424.6

– 419.8

– 1% 

Betriebskosten

– 642.3

– 791.3

23% 

Material und Fremdleistungen

– 178.8

– 254.0

42% 

Personalaufwand

– 356.9

– 438.1

23% 

Sonstiger Betriebsaufwand

– 106.6

– 99.2

– 7% 

EBITDA

303.3

318.7

5% 

Abschreibungen und Wertminderungen

– 123.6

– 118.2

– 4% 

Ergebnis aus Assoziierten

27.7

18.1

– 35% 

EBIT

207.4

218.6

5% 

Finanzergebnis

41.5

– 87.5

EBT

248.9

131.1

– 47% 

Ertragssteuern

– 48.0

– 19.0

– 60% 

Reingewinn

200.9

112.1

– 44% 

Signifikantes Umsatzwachstum von 12% dank Dienstleistungsgeschäft

Trotz der Stilllegung des KKM, welche zu einer Reduktion der Energieproduktion von beinahe 30% führt, und negativer Corona-Auswirkungen auf alle drei Geschäftsbereiche, konnte der Umsatz der Gruppe um 12% gesteigert werden. In erster Linie ist dieses Wachstum auf die im Jahr 2019 getätigten Akquisitionen im Dienstleistungsbereich zurückzuführen. Da diese Akquisitionen vor allem gegen Ende des Jahres erfolgten, bewirken sie eine Steigerung des Dienstleistungsumsatzes von über 40%. Negative Corona-Effekte konnten so mehr als aufgefangen werden. Während sich der Umsatz des Netzes stabil entwickelte, verlor das Energiegeschäft im Umsatz 7%. Die gestiegenen Strompreise und die Mehrproduktion der erneuerbaren Energien konnten somit den Wegfall der Produktionsmenge aus dem KKM nicht vollständig kompensieren.

Zuwachs bei den Betriebskosten aufgrund von Akquisitionen im zweiten Semester 2019

Akquisitionsbedingt stiegen die Betriebskosten per 30. Juni 2020 um 23% auf 791 Mio. CHF. Im ersten Halbjahr 2020 wurden keine zusätzlichen Akquisitionen getätigt. Der Personalbestand liegt unverändert bei rund 10000 Mitarbeitenden.

Finanzergebnis durch negative Performance der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds beeinträchtigt

Für das erste Halbjahr 2020 weist die BKW ein Finanzergebnis von – 88 Mio. CHF (Vorjahr: +42 Mio. CHF) aus. Grund für das negative Ergebnis ist die schwache Performance der staatlichen Fonds für Stilllegung und Entsorgung. Nachdem die Anlagenrendite im Vorjahr sehr gut ausgefallen war (+8%), liegt sie per 30. Juni 2020 bei – 4%. Diese Entwicklung ist auf die Unsicherheiten an den Kapitalmärkten bezüglich der Corona-Pandemie zurückzuführen. Zum Halbjahr sind die Fonds mit 1.2 Mrd. CHF bewertet. Der Zinsaufwand im Finanzergebnis fällt um rund 16 Mio. CHF tiefer aus, weil Ende Juli 2019 die 3.375%-Obligationenanleihe über 350 Mio. CHF durch einen 200 Mio. CHF Green Bond mit einem Coupon von 0.25% refinanziert werden konnte. Zudem kommt für die Aufzinsung der nuklearen Rückstellungen ein tieferer Diskontzinssatz zur Anwendung (2.75% im Vergleich zu den bisherigen 3.5%).

Energie: ausgezeichnetes Handelsgeschäft prägt Halbjahresergebnis

Das Geschäftsfeld Energie richtet sich konsequent auf die Chancen und Herausforderungen des veränderten Energiemarktes aus. Es umfasst die Produktion, den Vertrieb sowie den Handel mit Strom, Zertifikaten und energienahen Rohstoffen.

Mio. CHF

1. Halbjahr 2019

1. Halbjahr 2020

Veränderung in %

Elektrizitätsabgabe Vertrieb Schweiz

264.1

250.9

– 5% 

Übriges Energiegeschäft

383.7

340.6

– 11% 

Sonstige betriebliche Erträge und aktivierte Eigenleistungen

24.5

32.4

32% 

Gesamtleistung

672.3

623.9

– 7% 

Energiebeschaffung

– 372.5

– 370.0

– 1% 

Betriebskosten

– 150.2

– 98.5

– 34% 

Personalaufwand

– 51.8

– 28.9

– 44% 

Material und Fremdleistungen und sonstiger Betriebsaufwand

– 98.4

– 69.6

– 29% 

EBITDA

149.6

155.4

4% 

Abschreibungen und Wertminderungen

– 51.1

– 36.8

– 28% 

Ergebnis aus Assoziierten

16.0

9.2

– 43% 

EBIT

114.5

127.8

12% 

Die Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr 2020 war im Energiegeschäft insbesondere geprägt durch den Wegfall der Produktionsmenge aus dem Kernkraftwerk Mühleberg (KKM) sowie den aufgrund der Corona-Pandemie reduzierten Stromabsatz. Mit 624 Mio. CHF lag die Gesamtleistung um 7% unter dem Vorjahr. Die Coronakrise wirkte sich vor allem im Geschäft mit den KMU und den Industriekunden aus, welches eine Umsatzreduktion von ca. 10% hinnehmen musste. Der Umsatz in der Grundversorgung hingegen blieb stabil. Hier konnte der negative Effekt der warmen Witterung durch den etwas erhöhten Energieverbrauch des Arbeitens im Homeoffice ausgeglichen werden.

Der Umsatz aus dem übrigen Energiegeschäft (Marktabgabe, direkte Abgabe aus den Kraftwerken, Bewirtschaftungs- und Handelstätigkeit) reduzierte sich infolge tieferer Eigenproduktion (Wegfall KKM) um 11%. Massgeblichen Anteil daran, dass der Rückgang nicht noch höher ausgefallen ist, hat das erneut ausgezeichnet verlaufene Handelsgeschäft. Dem Handel der BKW ist es erfolgreich gelungen, auf die Herausforderungen und Marktveränderungen infolge der Corona-Situation zu reagieren.

Obwohl insgesamt tiefere Mengen bezogen wurden, liegen die Kosten für die Energiebeschaffung auf dem Vorjahresniveau. Grund dafür sind insbesondere höhere Kosten für die Beschaffung beim Kernkraftwerk Leibstadt, dessen Produktionskosten aufgrund der negativen Performance der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds deutlich höher ausgefallen sind.

Die Stromproduktion des eigenen Kraftwerkparks insgesamt verminderte sich gegenüber dem Vorjahr vor allem aufgrund der Ausserbetriebnahme des KKM um 1.5 TWh auf 4.2 TWh. Dabei haben die Hydro- und die verbleibenden Kernkraftwerke ihre Produktion gesteigert. Infolge der Inbetriebnahme des Windparks Marker in Norwegen Mitte 2019 erzielten auch die Windkraftwerke ein höheres Produktionsvolumen. Demgegenüber entstanden marktpreisbedingt Minderproduktionsmengen aus fossil-thermischen Kraftwerken.

Die Betriebskosten fielen vornehmlich aufgrund der Ausserbetriebnahme des KKM zum Jahresende 2019 um rund 50 Mio. CHF tiefer aus. Im Rahmen der Stilllegung werden sie nun gegen die bestehenden Rückstellungen verrechnet. Auf EBIT-Stufe ergibt sich aus dem Wegfall des KKM kein wesentlicher Effekt, da sich weggefallener Umsatz und weggefallener Aufwand in etwa ausgleichen.

Der EBIT liegt mit 128 Mio. CHF deutlich über dem Vorjahreswert (+12%). Die positiven Effekte der höheren Strompreise und das gegenüber Vorjahr nochmals bessere Handels- und Bewirtschaftungsergebnis sind die Hauptgründe dafür, dass der EBIT trotz Umsatzrückgang gesteigert werden konnte.

Netze: stabiler Ergebnisbeitrag

Das Geschäftsfeld Netze baut, betreibt und unterhält das eigene Verteilnetz.

Mio. CHF

1. Halbjahr 2019

1. Halbjahr 2020

Veränderung in %

Durchleitungsentschädigung Verteilnetz

236.0

230.0

– 3% 

Sonstige betriebliche Erträge und aktivierte Eigenleistungen

29.3

40.0

37% 

Umsatz

265.3

270.0

2% 

Aufwand Energietransporte

– 52.1

– 49.8

– 4% 

Betriebskosten

– 92.7

– 93.6

1% 

Personalaufwand

– 33.4

– 35.1

5% 

Material und Fremdleistungen und sonstiger Betriebsaufwand

– 59.3

– 58.5

– 1% 

EBITDA

120.5

126.6

5% 

Abschreibungen und Wertminderungen

– 40.8

– 42.5

4% 

Ergebnis aus Assoziierten

11.6

8.9

– 23% 

EBIT

91.3

93.0

2% 

Der Umsatz im Netzgeschäft insgesamt erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreswert um 2% auf 270 Mio. CHF. Dabei fiel jedoch der Ertrag aus der Durchleitungsentschädigung (Netznutzung) um 3% auf 230 Mio. CHF. Die Abnahme resultiert aufgrund corona- und temperaturbedingt tieferer Durchleitungsmengen. Demgegenüber nahmen die sonstigen betrieblichen Erträge um 11 Mio. CHF zu. Darin enthalten ist eine einmalige Vergütung der Swissgrid in der Höhe von 9 Mio. CHF im Zusammenhang mit einer ElCom-Verfügung betreffend die im Jahr 2012 an die Swissgrid überführten Übertragungsnetzanlagen.

Das Ergebnis aus Assoziierten reduzierte sich um knapp 3 Mio. CHF gegenüber dem Vorjahreswert. Es handelt sich um das von der BKW geschätzte anteilige Ergebnis der Swissgrid, welches durch die Abweichung des tatsächlichen Jahresergebnisses 2019 der Swissgrid von der entsprechenden BKW Schätzung anlässlich des Jahresabschlusses 2019 beeinflusst ist. Die Abweichung entsteht aufgrund des Umstands, dass die BKW den Abschluss der Swissgrid jeweils noch nicht zur Verfügung hat und das Ergebnis daher schätzen muss.

Der EBIT liegt mit 93 Mio. CHF unter Berücksichtigung des einmaligen Ertrags aus der ElCom-Verfügung und der Schwankung des erwarteten anteiligen Swissgrid-Ergebnisses insgesamt auf einem stabilen Niveau. Mit diesem Resultat trägt das Netzgeschäft der BKW auch im von Unsicherheit geprägten ersten Semester 2020 zur Stabilisierung des Gruppenergebnisses bei. Der operativ sichere Betrieb des Verteilnetzes war auch in der Phase des Corona-Lockdown jederzeit sichergestellt.

Dienstleistungen: wiederum starkes Wachstum

Das Geschäftsfeld Dienstleistungen umfasst im Wesentlichen BKW Engineering (Ingenieurplanung und -beratung), BKW Building Solutions (Gebäudetechnik) sowie BKW Infra Services (Dienstleistungen für Energie-, Wasser- und Telekommunikationsnetze).

Mio. CHF

1. Halbjahr 2019

1. Halbjahr 2020

Veränderung in %

Umsatz

475.0

677.1

43% 

Betriebskosten

– 429.5

– 625.0

46% 

Personalaufwand

– 224.6

– 325.4

45% 

Material und Fremdleistungen und sonstiger Betriebsaufwand

– 204.9

– 299.6

46% 

EBITDA

45.5

52.1

15% 

Abschreibungen und Wertminderungen

– 21.6

– 28.7

33% 

EBIT

23.9

23.4

– 2% 

Der Umsatz des Dienstleistungsgeschäfts ist auch im ersten Halbjahr 2020 markant gestiegen. Das Wachstum von 43% oder rund 200 Mio. CHF ist akquisitorisch bedingt und insbesondere auf die im zweiten Semester 2019 getätigten Unternehmenskäufe zurückzuführen. Namentlich die in diesem Zeitraum akquirierten ingenhoven architects (BKW Engineering), swisspro-Gruppe (BKW Building Solutions) und LTB Leitungsbau GmbH (BKW Infra Services) tragen in wesentlichem Ausmass zum Wachstum bei. Somit verzeichneten alle drei Dienstleistungsbereiche ein Wachstum. Im ersten Halbjahr 2020 hat die BKW keine Akquisitionen durchgeführt.

Aufgrund der Corona-Pandemie war das rein organische Dienstleistungsgeschäft leicht rückläufig. Obwohl die Geschäftstätigkeit in den Monaten März bis Mai zum Teil stark eingeschränkt war, hielt sich der Umsatzrückgang im tieferen einstelligen Prozentbereich. Die solide und diversifizierte Aufstellung des Dienstleistungsgeschäfts der BKW hat sich auch in der Coronakrise bewährt. Ab Mai erholte sich die Situation wieder und ging im Juni bereits wieder in ein leichtes Wachstum über.

Dem starken akquisitorischen Umsatzwachstum entsprechend haben auch die Betriebskosten zugenommen. Auf strukturelle Massnahmen als Reaktion auf die Coronakrise hat die BKW bis jetzt bewusst verzichtet, um mit intakten Strukturen und aus einer Position der Stärke die Chancen, welche sich in einer Erholungsphase bieten, nutzen zu können. Die Unsicherheiten bezüglich der wirtschaftlichen Auswirkungen von Corona bleiben aber bestehen. Deshalb wird die Situation laufend beobachtet, um rechtzeitig auch kostenseitig reagieren zu können.

Der EBIT des Dienstleistungsgeschäfts konnte auf Vorjahresniveau gehalten werden. Coronabedingt (Umsatz- und Produktivitätseffekte) musste allerdings eine Margenverschlechterung gegenüber dem Vorjahr hingenommen werden. Gegen Mitte des Jahres hat sich bereits eine deutliche Erholung der Situation eingestellt und es wird vorbehältlich der weiteren Entwicklung der Corona-Situation im zweiten Halbjahr ein auch saisonbedingt stärkeres Ergebnis erwartet.

Starke Cash Generation: Funds from Operations auf Rekordhöhe

Mio. CHF

1. Halbjahr 2019

1. Halbjahr 2020

Veränderung in %

Funds from Operations vor Verwendung nukleare Rückstellungen

268.3

362.1

35% 

Funds from Operations

244.2

293.1

20% 

Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit vor Verwendung nukleare Rückstellungen

156.3

329.0

110% 

Verwendung nukleare Rückstellungen mit Rückerstattungsanspruch an staatliche Fonds

– 22.4

– 32.4

Verwendung nukleare Rückstellungen ohne Rückerstattungsanspruch an staatliche Fonds

– 1.7

– 36.6

Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit

132.2

260.0

97% 

Die Funds from Operations, der Cashflow vor der Veränderung des Nettoumlaufvermögens und gezahlten Ertragssteuern, übertreffen den starken Vorjahreswert um 49 Mio. CHF und stellen mit 293 Mio. CHF den Spitzenwert aller Halbjahreswerte seit dem Börsengang vor über 15 Jahren dar. Vor Verwendung von Rückstellungen für die nukleare Stilllegung und Entsorgung betragen die Funds from Operations 362 Mio. CHF (+35%).

Der ausgewiesene Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit beinhaltet nicht allein die Geldflüsse aus den operativen Aktivitäten, sondern auch diejenigen aus der Verwendung der Rückstellungen für die nukleare Stilllegung und Entsorgung. Die Verwendungen führen zudem grösstenteils zu Rückerstattungsansprüchen an die staatlichen Stilllegungs- und Entsorgungsfonds. Im ersten Halbjahr 2020 hat die BKW Rückerstattungen in der Höhe von 54 Mio. CHF (Vorjahr: 24 Mio. CHF) erhalten.

Für die bessere Vergleichbarkeit und Interpretierbarkeit verwendet die BKW daher die Kenngrössen «Funds from Operations vor Verwendung nukleare Rückstellungen» und «Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit vor Verwendung nukleare Rückstellungen». Dieser für die Beurteilung der Cash Generation relevante Cashflow beläuft sich auf 329 Mio. CHF und fällt damit um 110% höher aus als im Vorjahr. Der ausgewiesene Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit liegt mit 260 Mio. CHF ebenfalls markant über dem Vergleichswert der Vorjahresperiode (+97%).

Im ersten Halbjahr 2020 hat die BKW rund 90 Mio. CHF investiert (Vorjahr: 141 Mio. CHF). Im Unterschied zu den Vorjahren wurden im ersten Semester keine Akquisitionen getätigt. Der Grossteil der Investitionen, die wiederum aus den selbst erarbeiteten Mitteln finanziert werden konnten, bezieht sich daher auf den Ersatz und den Unterhalt des Verteilnetzes (56 Mio. CHF). Die kurzfristig verfügbare Liquidität unter Einbezug der kurzfristigen Finanzanlagen ist leicht angestiegen und beläuft sich zum 30. Juni auf rund 950 Mio. CHF.

Die Eigenkapital- und Finanzierungssituation stellt die finanzielle Handlungsfreiheit sicher

Mio. CHF

31.12.2019

30.06.2020

Umlaufvermögen

2 038.5

2 008.9

Anlagevermögen

7 200.0

7 031.7

Kurzfristige Verbindlichkeiten

1 287.1

1 251.3

Langfristige Verbindlichkeiten

4 216.2

4 153.8

Eigenkapital

3 735.2

3 635.5

Bilanzsumme

9 238.5

9 040.6

Die Bilanzsumme hat sich gegenüber dem Jahresende um 2% auf 9.0 Mrd. CHF vermindert. Ein wesentlicher Grund für die Reduktion ist der Start der Stilllegung des Kernkraftwerks Mühleberg. Einerseits haben die Rückbauarbeiten am 3. Januar 2020 begonnen und damit auch die plangemässe Verwendung der dafür gebildeten Rückstellungen. Andererseits wurden gleichzeitig Rückzahlungen aus den staatlichen Fonds bezogen. Auf der Passivseite nehmen demgegenüber die Personalvorsorgeverbindlichkeiten zu. Dies infolge einer finanzmarktbedingt negativen Performance der Anlagen der Pensionskasse.

Die Eigenkapitalquote bleibt mit 40.2% (Ende 2019: 40.4%) stabil, da sich gleichzeitig zur Bilanzsumme auch das Eigenkapital vermindert hat. Die Dividendenzahlung und die versicherungsmathematischen Verluste bei den Personalvorsorgeverbindlichkeiten sind die Hauptgründe dafür.

Die Finanzierungssituation der BKW präsentiert sich weiterhin solid. Die Nettoschulden (Finanzverbindlichkeiten abzüglich kurzfristiger Finanzanlagen und flüssiger Mittel) nehmen um 44 Mio. CHF auf 582 Mio. CHF ab. Ursachen für die Abnahme sind einerseits der ausgezeichnete operative Geldzufluss im ersten Halbjahr und andererseits eine erfolgreiche Bewirtschaftung des Nettoumlaufvermögens.

Die BKW verfügt nach wie vor über einen ungenutzten Konsortialkredit im Rahmen von 250 Mio. CHF. Der für die Umsetzung der Strategie und zur Wahrung der finanziellen und operativen Handlungsfreiheit notwendige Finanzierungsrahmen ist damit ausreichend und weiterhin jederzeit gesichert.

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